ARC – 26. November

Kaum zu glauben, dass wir mittlerweile seit fast einer Woche unterwegs sind! In den letzten 24 Stunden war es weiterhin sehr aushaltbar an Bord. Frisch geduscht wie gestern lässt sich ein Nachmittagsschläfchen doch am besten genießen. Zur Kaffeezeit saß unser Schiffer frisch rasiert, im frischen Hemd und mit einem Zigarillo im Mittelcockpit. Kurz gesagt: Ihm ging es gut, und vom Rest der Crew kann man das gleiche behaupten. Gegen Abend wurde sogar die Musikbox herausgeholt und Crew und Schiffsführung versammelten sich zu einem spontanen Reggae-Jam im Achtercockpit. Nach dem Abendessen begann für uns die erste Nachtwache. In dieser Nacht zeigte sich zum ersten Mal seit Langem mal wieder der Mond, wenn auch nur für einen kurzen Besuch. Unter Spi surften wir die vom Meeresleuchten glitzernden Wellen hinunter und das Steuern machte eine Menge Spaß. Trotzdem ist es natürlich ganz nett, wenn man gegen Mitternacht die andere Wache wecken und mit der Aussicht auf 4 Stunden Schlaf
in der Koje verschwinden kann. In der zweiten Nachtwache bot sich uns dieses Mal ein besonders schöner Sonnenaufgang: Zum ersten Mal seit Beginn der Überfahrt versteckte sich die Sonne nicht hinter den Wolken, sondern es war am Horizont zu sehen, wie sie aus dem Meer auftauchte. Währenddessen zog aus der Pantry ein köstlicher Duft ins Achtercockpit, denn unter Deck wurden zum Frühstück Croissants aufgebacken. Als dann noch entdeckt wurde, dass über Nacht ein dritter fliegender Fisch seinen Weg an Deck gefunden hatte, war das Frühstücks-Glück perfekt. Die Fische wurden von Heiner perfekt zubereitet und nach dem köstlichen Frühstück verschwanden wir erst einmal gut gesättigt in unseren Kojen, um der anderen Wache das Feld zu überlassen.
Der Wind ließ tagsüber nicht nach, sodass der Nivea-Spi heute unter Deck bleiben musste und der Sturmspi dafür weiterhin die Sonne genießen durfte. Kurz nach dem Wachwechsel zum Mittagessen, während wir gerade die Sonne und das unendlich blaue Wasser um uns herum genossen, herrschte dann plötzlich Aufregung an Deck: Ein Wal! Tatsächlich war in einiger Entfernung ein großer Wal zu beobachten, der aus dem Wasser sprang und uns eine kleine Show bot. Laut unserem Meeresbiologen an Bord (der zugleich auch Astronom oder Experte für Bootstypen ist, je nachdem, was man gerade so braucht), müsste es sich hierbei um einen Buckelwal gehandelt haben.
Ewig währte aber auch das Sonnenglück des Sturmspis nicht, obwohl es schon schön war, mit 10-14 Knoten in die richtige Richtung zu sausen. Der Wind hatte aber so weit zugenommen, dass wir ihn rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit bergen mussten. Das ging recht zügig, denn mittlerweile wissen alle, was bei einem solchen Manöver zu tun und zu erwarten ist. Im Anschluss daran wurde die G3 mal wieder ausgebaumt. Jetzt rasen wir nicht mehr so dahin wie unter Spi, aber das Steuern ist jetzt wesentlich enstpannter. Und bestimmt fahren wir unserer Konkurrenz auch so noch davon. Zum Sonnenuntergang war fast die gesamte Crew wach und so konnten wir gemeinsam einen leckeren Sundowner an Bord des „Kreuzfahrtseglers“ Peter von Danzig genießen, sogar mit Orangenscheiben am Rand des Glases. Man könnte es wirklich schlechter treffen.
Jetzt muss ich zum Abendbrot kommen, denn Annika hat venezolanisch gekocht und es riecht schon verführerisch. Morgen wird Euch die andere Wache im nächsten Blogbeitrag berichten, wie es geschmeckt hat.

Kurzzusammenfassung
Datum und Uhrzeit: 26.11.2022, 20 Uhr Bordzeit
Position: 18 53,0 N, 032 44,8 E
Wetter: Wind aus Nordost, 6 Bft, sonnig/sternig mit kleineren Wolken
Gesichtete Wale: 1!
Frisch rasierte Schnurrbärte: 1
Beendete Käpt’n Blaubär-Kapitel: 6
Letztes Etmal (in 24 Stunden gesegelte Strecke): 195 Seemeilen
Gesamtzahl gefangener fliegender Fische: 3 ½ (ein sehr kleines Exemplar wurde wieder in den Atlantik entlassen)

Jette

Der wievielte Tag auf See ist heute?

Zu Beginn unserer ersten Nachtwache wurde seit Tagen mal wieder deutlich, dass andere Schiffe in unserer Nähe sind, auch wenn wir sie nicht sehen konnten. Zuerst funkte uns der alte Peter an, um zu hören wie es uns geht. Danach meldete sich ein weiteres Schiff bei uns, welches unsere Hilfe benötigte, weil ihr Guthaben des Iridium-Go (Satellitenempfang) aufgebraucht war und sie, außer UKW-Funk, keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können. Sie baten uns eine Mail für sie rauszuschicken. Also taten wir genau das. Heute früh erhielten wir per Mail direkt eine Antwort, dass die Hilfeleistung erfolgreich war und sie für uns bereits eine Flasche Champagner kalt gestellt haben. Wir freuen uns schon mit den beiden in St. Lucia gemeinsam anzustoßen.
Die restliche Zeit der ersten Nachtwache verging relativ entspannt und wir freuten uns über die 4h Schlaf, die uns bevorstanden.
Die zweite Nachtwache ab 4 Uhr ging etwas schläfrig los. Nachdem wir weiter im 6. Leben des Käpt’n Blaubären gelesen hatten, tat sich die Diskussion auf, wie dunkel es denn heute Nacht sei, auf der Skala von Prof. Nachtigaller. Nach einigem Hin und Her überlegen wurden wir uns einig, eine Nacht ohne Mond aber mit Sternen müsste in etwa eine Dunkelheit von 0,5 Nachtigall haben.
Zum Sonnenaufgang begann es Leben in der Pantry zu geben. Der Smut beglückte uns mit einem English Breakfast und frisch gebackenem Brot. Gut gesättigt und glücklich von der mit Spi durchseglten Nacht wanderten wir in unsere Kojen und die andere Wache fing an, an Deck Action zu machen, denn wir wollten tagsüber wieder auf einen größeren Spi wechseln, um im Hellen möglichst viel Strecke zu machen. Als ich zum Mittagessen geweckt wurde (es gab Labskaus für alle verschiedenen Ernährungsformen), strahlte der Nivea Spi in der Sonne und es war viel zu warm. Der Gedanke, dass es in Kiel in den letzten Tagen schon geschneit hat und in ein paar Tagen der erste Advent ist, kommt uns etwas absurd vor. 😀

Begleitet von fliegenden Fischen übernahm unsere Wache das Ruder und die abziehende Wache tat es unserer Aktion gestern nach und nutze die Mittagssonne für eine Körperwaschung im Mittelcockpit.
Vor kurzer Zeit haben wir ein Schiff am Horizont gesichtet. Von unserer On-Shore Crew wurde uns heute früh mitgeteilt, dass ein Mitstreiter 10 nm vorraus sein soll. Im AIS konnten wir identifizieren, dass es sich um genau dieses Boot handelt, es inzwischen aber nur noch 6 nm voraus ist. Gibt kaum was, was den Racing Mode an Bord besser aufrechterhält, als wenn man weiß, dass man zu seinen Konkurrenten aufholt. 😉
Nachdem wir unseren Trimm nochmal optimiert haben, sitzen wir jetzt in einem Lesekreis im Achtercockpit und genießen im Schatten der Segel die Atmosphäre und einen Kaffee.


Kurzusammenfassung:
Datum und Uhrzeit: 25.11.2022 17:00 Uhr Bordzeit
Position: 19°16,3′ N; 028°44,0′ W
Wetter: Nordostwind, 3-4 Bft, sonnig
Zurückgelegte Strecke in 24h: 200 nm
Gefangene fliegende Fische: 1
Musikempfehlung des Tages: Fliegende Fische – Neon Schwarz
Frisch geduschte Leute: 6
Rasierte Bärte: 2
Stimmung an Bord: Lässt sich mit Kraft gerade so aushalten aka sehr gut 😉

Svenja

Die Halse

Mittlerweile sind wir den fünften Tag unterwegs und können trotzdem immer noch Neues berichten. Beklagten wir uns die letzten Tage noch über zu wenig tierische Begleitung, änderte sich die heute schlagartig. Die 4-8 Uhr Wache war gerade unter Deck geklettert, um ihr wohlverdientes Frühstück einzunehmen. Da erklangen von Deck aufgeregte Schreie: Delfine wurden gesichtet. Im Sonnenaufgang begleitete uns eine Delfinschule, die fliegende Fische jagte. Die Sichtung fliegender Fische wird derzeit immer regelmäßiger. Auch Sturmvögel begleiten unseren Weg. Als die Delfine verschwunden waren, konnten wir uns dem eigentlichen Programm wieder widmen. Der Nivea-Spi beklagte sich über die schlechte Luft im Vorschiff und wollte endlich wieder Tageslicht erblicken, diesen Wunsch konnten wir ihm nicht länger verweigern. So wurde die Freiwache dann gemütlich in den Schlaf geschaukelt, mit der Besonderheit, dass wir sogar eine halbe Stunde länger schlafen konnten. Wir müssen nämlich alle paar Tage die Uhren umstellen, damit die Sonne nicht erst nachmittags aufgeht. Also stellten wir die Uhr heute das erste Mal eine Stunde zurück.

Außerdem stand ein weiteres Manöver für den heutigen Tag an: Bereits gestern verkündete Heiner, dass wir heute unsere Wendemarke erreichen würden. Genauer gesagt war es eine Halsenmarke und zu sehen war dieser Punkt leider auch nicht. So gingen wir voller Motivation dieses Manöver an. Über Nacht soll der Wind noch etwas zunehmen, daher nutzen wir die Halse gleich auch zum Segelwechsel. Nur rauschen wir mit bis zu 12 Knoten gen Westen, hurra!

Auch sonst scheint Heiner heute in Spendierlaune: jeder durfte 1,5L Frischwasser aus dem Tank zur persönlichen Körperpflege verwenden. Vielleicht hat ihn aber auch nur unser Geruch gestört, man weiß es nicht. Wie auch immer, zum Wachwechsel verwandelte sich das Mittelcockpit in ein Planschbecken.

Kurzzusammenfassung:

Datum und Uhrzeit: 24.11.2022, 1830 (Bordzeit)

Position: 19° 29,3N; 025° 35,8W

Wetter: Nordostwind; 4 Windstärke, fast keine Wolken

Gesehene Tiere: Delfine; fliegende Fische und Sturmvögel

Essen: Couscoussalat mit Feta und wahlweise Rindfleisch aus der Dose, abends Quesadillas

Stimmung: wir segeln mit Spi der Sonne entgegen…da kann die Stimmung nur super sein 😉

Annika

Die Tiefen einer Nachtwache

Je länger man unterwegs ist, desto interessanter werden die Gespräche an Bord. Henry verkündete zum Wachwechsel in die ersten Nachtwache, dass der Atlantik hier 5000 m tief sei. Daraufhin begann die Überlegung wie es denn wäre hier zu ankern. Könnte man die 5-fache Leinenlänge (25 km) oder die 3-fache Kettenlänge (15 km) leichter wieder einholen, wenn man weitersegeln will? Und was für einen Radius müsste man für den Ankeralarm einstellen, damit er definitiv nicht auslöst, wenn man schwojet aber auch nicht zu weiträumig ist?
Nachdem diese wichtigen Fragen hinreichend diskutiert waren, machte sich die abziehende Wache auf den Weg in ihre Koje und wir widmeten uns einem Herren, der ebenfalls viele interessante Gedanken hatte: Walter Moers. Während ich am Steuer stand, laß Laura aus dem 4. Leben des Kapitän Blaubärs vor. Bei so vielen Leckereien, wie es auf der Feinschmecker Insel gab, bekam man schon fast wieder Hunger, dabei hatten wir doch gerade erst zu Abend gegessen… ein Glück ist es ja nichts Neues, dass man an Bord ständig Hunger hat. Ein Hoch auf unsere gute Auswahl an Snacks. 😉
Immer wieder erstaunlich wie schnell 4h Nachtwache vorbei gehen, wenn man sich gut unterhält oder in ruhigen Minuten mit Sternschnuppen gucken beschäftigt ist.

In unsere zweite Nachtwache starteten wir alle etwas müder aber nachdem wir ein weiteres Kapitel im Buch gelesen hatten, waren auch hier wieder unterschiedlichste Gesprächsthemen im Raum. Dies endete darin, dass wir beim Sonnenaufgang alle wild durcheinander Zeilen von „Drink doch eine met“,  „I shot the Sheriff“, „Radio“ und „Unangenehm“ vor uns hersummten. Wie man mehrere Ohrwürmer gleichzeitig haben kann ist uns noch nicht ganz schlüssig aber es geht… 😀

Kurzusammenfassung:

Datum und Uhrzeit: 23.11.2022, 8:00 Uhr
Position: 22°50,3‘ N, 022°40,7’ W
Wind: 4-5 Bft
Zurückgelegte Strecke in 12h: 109 nm
Nachthöchstgeschwindigkeit: 14 kn
Gesichtete Sternschnuppen: 13 1/2, ach ne… das waren ja die Leben des Kapitän Blaubär
Gesichtete Schiffe: 0


Svenja

Tag 3 der ARC

Aktuell geht die ARC für uns so vergnüglich weiter, wie es sich gestern schon abgezeichnet hatte. Nachdem wir gestern noch den ganzen Tag mit der ausgebaumten G3 unterwegs waren, wurde heute mal ein anderes, etwas bunteres Vorsegel ausgepackt. Jetzt surfen wir unter Spi die Wellen runter und am Steuer zu stehen ist ein großer Spaß. Noch muss man rechtzeitig eine Nummer ziehen, um mal steuern zu dürfen, auch wenn uns wohl noch ein paar Tage Zeit bleiben werden, um den Spi auszukosten. Leider funktioniert das mit dem versenden von Bildern von See aus ja nicht so gut, sonst könnten wir euch sehr schöne Aufnahmen vom Sturmspi präsentieren.

Die letzte Nacht war auch eine sehr aushaltbare. Sobald die Sonne weg ist, ist die T-Shirt-Zeit zwar vorbei, aber in Ölzeughose und Fleecejacke ist es auch sehr schön an Deck. Vor allem, wenn man gerade die wichtige Position der Sternschnuppenwache bekleidet. Sternschnuppen gab es in den letzten beiden Nächten zahlreiche zu sehen, da muss man sich am besten vor der Wache ausreichend Wünsche zurechtlegen, damit einem im entscheidenden Moment auch einer einfällt.

Auch ansonsten geht es uns gut. Wir werden vom täglich wechselnden Smut wunderbar bekocht und das Bordbistro hat auch ausreichend köstliche Snacks im Angebot. Mittlerweile haben wir uns auch alle so weit eingeschaukelt, dass auch jeder was davon hat. Und die Solarpanele haben uns heute, bevor der Spi angefangen hat, seinen Schatten darauf zu werfen, ordentlich mit Strom versorgt. Da konnten zum Mittagessen einige sonnengekühlte Biere aus dem Kühlschrank genossen werden.
Nur die Walsichtungen halten sich bisher in Grenzen, aber man muss ja auch noch ein Highlight für die nächsten Blogbeiträge übrig lassen.

Kurzzusammenfassung:
Datum und Uhrzeit: 22.11.2022, 17 Uhr
Position: 24°24,4‘ N, 020°59,3’W
Wetter: tagsüber Sonne satt, nachts Sterne und Sternschnuppen satt
Wind: 5 Bft
Seekrankheit: 0%
Wale: 0
Stimmung: zickezackezickezacke… schlecht! (Gruß an die Crew von Etappe 6 – in echt natürlich super!)

Jette

ARC Start – Atlantiküberquerung Tag 1

Als wir gestern in Las Palmas abgelegt haben, gab es eine große Auslaufparade. Alle haben vor Euphorie gestrahlt und ihre Freude mit ihrem Horn ausgelebt. 😀
Auch wir haben uns sehr gefreut endlich wieder die Segel zu hissen und den Atlantik zu überqueren. Die Windvorhersage war gut für uns und Sonne hatten wir auch.
Also legten wir los und setzen die Segel. Als wir dann den Motor ausschalten wollten, passierte genau das, was wir nicht erwartet hatten: Nichts. Der Motor lief einfach weiter… Es waren nur noch 15 Minuten bis zum Start. Wir waren uns alle einig, dass könne gar nicht wahr sein, denn wir hatten die letzte Woche so viel am Motor gearbeitet und er ging immer ohne Probleme aus.
Also macht sich Chris auf die Suche nach dem Fehler am Schaltpanel, diese funktionierte jedoch. Als der Startschuss gefallen war, lief unser Motor immernoch im Leerlauf mit… Also wählten wir unseren altbekannten Telefonjoker: Lutz.
Die Ferndiagnose ging fix und plötzlich war der Motor aus. Riesen Freude an und unter Deck. Danke Lutz, dass du immer den richtigen Rat für uns hast. 🙂
Nachdem wir nochmal getestet hatten, ob der Fehler wirklich behoben war, konnten wir uns endlich auf die Regatta konzentrieren. Wir optimierten den Segeltrimm und erfreuten uns an dem guten Wind und wunderschönen blauen Wasser, welches in großen Wellen am Schiff brach. Die Freude teilten allerdings nicht alle Crewmitglieder, denn die Seekrankheit sollte uns nicht ganz verschonen… Wir hatten 5-6 Bft mit zunehmender Tendenz in Richtung Nacht. Und genauso kam es auch. Nachts stand fast durchgängig die 7 Bft auf der Anzeige und das Steuern war ein echter Kraftakt. Zum Morgen hin wurde der Wind ein bisschen weniger und die Stimmung an Bord besser. Inzwischen haben wir uns schon relativ gut eingeschaukelt und sausen mit Geschwindigkeiten von bis zu 14 Knoten die Wellen runter.
Svenja

Es geht los!

Wir haben gerade abgelegt und freuen uns auf die Überfahrt über den Atlantik. Auf dem ARC Fleet Tracker könnt ihr uns verfolgen!
Dieser Link ist hoffentlich der richtige 😉
https://www.worldcruising.com/arc/eventfleetviewer.aspx

Letztes Foto auf Gran Canaria
Wir haben übrigens ein neues Crewmitglied: Gertie aus Schweden wollte per Anhalter mitgenommen werden in die Karibik

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen

Nachdem am Donnerstag nochmal alle fleißig mit angefasst haben und letzte Arbeiten am Boot erledigt wurden, haben wir den Freitag für uns nutzen können und einen Ausflug geplant. Die Reisegruppe: Svenja, Jette, Annika, Nicho, Laura, Chris und ich. Das Ziel: Playa de Guayedra. Ein einsamer Strand an der Westküste Gran Canarias, der nur über eine kurze Wanderung zu erreichen ist. Perfekt also für uns, die dem Trubel von Las Palmas für einen Moment entfliehen wollten und für Wanderungen natürlich immer zu haben sind. Schon die Autofahrt zum Einstieg war sehr beeindruckend, denn die Straße führte direkt an der felsigen Küste der Insel entlang. Zu Fuß ging es dann weiter über die mit Kakteen und Sukkulenten (RIP Sabine) bewachsenen Klippen bis runter zu dem felsigen Strand. Die Wellen waren ziemlich hoch also war an Schwimmen erstmal nicht zu denken. Deshalb richteten wir uns in einem von vorherigen Besuchern errichteten Steinkreis ein und machten erstmal Mittagspause. Dabei wurden wir sehr interessiert von zwei ziemlich großen Echsen beobachtet. Nach der Stärkung hatten wir Lust zumindest einmal unsere Füße im Meer zu baden. Wir stellten dann schnell fest, dass man sich hervorragend hinter einen der größeren Felsen klemmen und sich von den heranrollenden Wellen überspülen lassen konnte. Kurz: Wir haben an diesem Strand nicht gebadet, sondern wir wurden gebadet. Nachdem noch ein bisschen gelesen oder gedöst wurde, musste aber auch schon der Rückweg angetreten werden, denn an diesem Abend war auch die Farewell Party geplant. Ziemlich hohe Erwartungen hatten wir nicht, denn die anderen Veranstaltungen waren bisher doch immer recht ruhig. Aber es gab Freigetränke und Tapas. Schonmal ein guter Anfang. Damit die Party dann so richtig los ging, mussten wir als Crew noch ein bisschen nachhelfen. Also eröffneten wir die Tanzfläche und konnten auch von einem kurzen Regenschauer nicht verscheucht werden. Um Mitternacht ging es dann nach diesem wirklich gelungenen Tag glücklich und mit Vorfreude auf den Start der Atlantiküberquerung in die Kojen.

Frieda

Mittagspause
Badespaß
Aufgebrezelt und bereit den Laden aufzumischen

Auf den Spuren des alten Peters

Wer schon einmal länger an Bord des PvD gesegelt ist, durfte sich von einigen alten Damen und Herren Geschichten vom alten Peter anhören. Damals gab es ja noch keinen Motor und alles musste mit segeln gemacht werden und so weiter…

In Las Palmas angekommen haben wir relativ bald festgestellt, dass der alte Peter (jetzt von Seestermühe) nur einige Masten weiter liegt. Nachdem wir auf den Weg zu den Toiletten mehrfach dort vorbeigeschlichen sind und versucht haben einen Blick ins Innere zu erhaschen, hat Chris heute einen Besichtigungstermin für uns ausgemacht.

Kaum an Deck angekommen, wurde direkt fachgesimpelt, welche Teile noch original sind. Da Christoph uns da ziemlich schnell aufklären konnte, haben wir unter Deck weiter gemacht. Auch hier kamen bei den Älteren direkt Erinnerungen an die gute alte Zeit zurück, auch wenn das Schiff nach den Renovierungsarbeiten ganz anders aussieht.

Vielen Dank an dieser Stelle an Christoph von Reibnitz für die Führung!

Die Crew des PvD mit Christoph auf dem alten Peter
Ein Original-Bauteil

Vorbereitungen für die ARC

Freitagabend haben wir ein letztes Mal für diese Etappe abgelegt, um nach Gran Canaria zu segeln. Nach einer eher unruhigen Nacht, haben wir Samstag pünktlich zum Frühstück in Las Palmas festgemacht.
Nachdem wir Rein-Schiff gemacht haben, hieß es Abschied nehmen von allen, die nicht mit uns über den Atlantik segeln werden.
Da der Rest der Crew erst Montag bzw. Heiner Mittwoch anreisen wird, hatten wir das Schiff für ein paar Tage in kleiner Besetzung.
Ein eher komisches Gefühl, wenn alle auf eine Back passen. 😀
Samstagabend gab es von der ARC einen Sundowner. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und waren direkt eine Attraktion mit unserer großen Crew. Und das obwohl wir nur zu Siebt waren… 😀
Sonntag früh war eine Flaggenparade, bei der alle Mitsegelnden teilnehmen konnten. Also haben wir die Bootshaken in Flaggenstöcke umgewandelt und unsere Crewshirts rausgekramt. Für alle, die schonmal bei einem Karnevalszug dabei waren, das Gefühl dort mitzulaufen war ein sehr ähnliches, nur die Musik war deutlich Massentauglicher. 😉
Den Sonntagnachmittag haben wir genutzt, um einen Plan für die Woche zu erstellen, denn es gibt noch einiges zu erledigen, bis es am 20.11. losgehen kann.
Mit den Arbeiten haben wir direkt am Montag angefangen.

Inzwischen sind die großen Aufgaben wie, Wärmetauscher austauschen, Ölwechsel, Sicherheitscheck von der ARC und Einkauf sind bereits erledigt. Einige kleine Projekte stehen uns die nächsten Tage noch bevor.
Danke an alle Einkäufer und besonders an Annika und Jette für die Proviantierung und das Stauen, ihr habt euch wohl die größte Aufgabe für diese Etappe vorgenommen. Mir läuft auf jeden Fall schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich mir den Essensplan und unser Sweeties und Salties Vorrat angucke. 😀

Da wir bei dem guten Wetter nicht den ganzen Tag am Schiff werkeln wollten, haben wir die Vormittage mit Bootsarbeiten und Einkauf verbracht und sind nachmittags los, um die Stadt zu erkunden, an den Strand zu gehen oder die letzten privaten Dinge einzukaufen.
Abends gab es die ganze Woche über wieder einen Sundowner, Montag sogar mit musikalischer Begleitung. Wir hatten einen sehr witzigen Abend mit Tanz und Gesang. Heute Abend ist Mottoparty, auch wenn wir nicht besonders gut vorbereitet sind auf das Motto, werden wir trotzdem mal auschecken, was die Party so hergibt. 🙂

Sundowner am ersten Abend
Kleine Crew beim Abendessen auf Gran Canaria
Tauschen des Wärmetauschers
Proviantierung
Flaggenparade auf Gran Canaria