Carriacou

Am nächsten Tag wollten wir früh in Richtung Carriacou aufbrechen. Als ich gegen 4 Uhr davon aufgewacht bin, dass es an Deck ans Ablegen ging, war es schön, einen Segeltag ausnahmsweise einmal schlafend beginnen zu können. Von da an wurde der Tag nur noch besser. Nach dem Frühstück haben wir den Sturm Spi angebaut und nachdem das erste Mal mehr als 15 Knoten auf der Logge standen, hatten alle ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Ein ganzer Tag unter Spi, mit Musik und Sonnenschein. Die Ansteuerung auf Carriacou, dann schon im Dunkeln, war ziemlich beeindruckend zwischen mehreren unbeleuchteten Inseln hindurch..

Am nächsten Tag hat uns dann der Bewegungsdrang eingeholt und so machte der Großteil der Crew sich auf den Weg zum traumhaft schönen Paradies Beach über einen Umweg durch die Hügel. In einer Strandbar dort verewigen sich Crews mit ihren Bootsnamen und spätestens als wir auf dem Rückweg in den Hafen eine passende Planke gefunden haben war klar, auch der Peter braucht sein eigenes Schild dort. Danke Frieda, dass es jetzt im Paradise Beach Club auch ein schönes Peter Brettchen gibt.

Am Sonntag sind wir gegenüber von Paradise Beach vor Sandy Island vor Anker gegangen. Als wir dann von einer tropischen Süßwasserdusche überrascht wurden, waren wir ganz froh noch an Bord zu sein. Ein Teil der Crew war nämlich schon auf der winzigen Insel und, um dem Regenschauer zu entfliehen, in einen natürlichen Pool geflüchtet. Wenigstens wissen wir jetzt, wie schön die Insel ist und dass der Anker hält. Später konnten wir doch noch die Schnorchel Ausrüstung auspacken.

Hanna

Mit Sturmspi in den Sonnenuntergang
Paradise Beach Club
Paradise Beach und Sandy Island

Barbados

Am Sonntagabend sind wir spät in Le Marín angekommen. Der erste Segeltag wurde mit selbstgemischten Piña Coladas zelebriert. Gleichzeitig nutzen wir die Gegebenheiten, um in Lauras Geburtstag reinzufeiern. Die Älteren in der Crew haben uns mit in ihre Erinnerungen genommen und haben erzählt was sie in dem Alter damals erlebt haben.
Als es endlich Mitternacht schlug und die Geburstagswünsche und Lieder erklungen waren, setzte der Schiffer noch einen drauf und sang ein schwedisches Geburstagsständchen.
Die neue Woche begannen wir mit einem kleinen Arbeitsdienst inklusive Rigg-Check und holten die zur Reparatur gebrachten Segel vom Segelmacher ab.
Nachdem alles erledigt war, machten wir uns gegen 14 Uhr klar zum Ablegen. Das nächste Ziel lautete Barbados.
Es sollte wenig Wind sein, daher wollten wir über Nacht segeln, um am nächsten Vormittag dort anzukommen. Der Wind war ausnahmsweise mal mit uns, so dass wir einen perfekten Anlieger fahren konnten. Über Nacht nahm der Wind dann tatsächlich noch zu, so dass wir sogar einen Segel-in-Segelwechsel machten. Zum Mitternachts Wachwechsel sagte Ansgar, dass die Person, die zuerst Barbados erblickt, ein Eis spendiert bekommt. Als ich um 4 Uhr das Steuer von der anderen Wache übernahm, sah ich zwei kleine Lichter am Horizont, die sich später als Ansteuerung von Barbados herausstellten. In den nächsten Stunden erkannte man dann immer mehr Lichter.
Kurz vor dem morgendlichen Wachwechsel, den Hafen schon in Sicht, sah Bengt, dass der Schäkel am Traveller des Groß gebrochen war. Wir reagierten schnell, bargen das Groß und motorten die letzten Meilen in den Hafen. Das Anlegemanöver am Pier war schnell erledigt. Hier sollten wir nun auf den Dock-Master warten, um einzuklarieren. Die Zeit nutzen wir, um den Traveller direkt zu reparieren. Als dies erledigt war, machten wir uns auf den Weg zu unserer Mooring. Das Festmachen hier verzögerte sich etwas, da wir von einem spontanen Regenschauer überrascht wurden und man bei den Regenmassen kaum noch Sicht hatte.
Etwas übermüdet von der Nacht auf See, entschieden wir uns den restlichen Tag am Strand zu verbringen.
Nach diesem entspannten Nachmittag holte uns am nächsten Tag die Endeckungslust wieder ein und wir wollten den Norden der Insel erkunden.
Bereits die Busfahrt dorthin war ein Erlebnis, die Wanderung an der Steinigen Atlantikküste ein Traum. Teile der Crew wollten danach noch eine Rumdistillerie besichtigen, während wir einen berühmten Surfspot am Osten der Insel erkunden wollten. Doch das Glück war nicht ganz mit uns. Erst mussten wir relativ lange auf den Bus warten und dann hat er sich in einer Baustelle noch einen Platten gefahren, so dass wir die restliche Strecke zu Fuß zurücklegen mussten. Nach einer Halbenstunde Fußmarsch wurden wir dann netterweise von einem Schulbus eingesammelt, der uns mit in den nächsten Ort nahm. Zum Ort selbst wären es von dort aus noch ca. 1 km gewesen, wenn wir an der Kreuzung richtig abgebogen wären. So wurde die Strecke etwas länger aber den Strand haben wir letztendlich doch noch erreicht. Jedoch so spät, dass außer einem Drink in der Strandbar keine Zeit mehr war, weil wir sonst den letzten Bus nicht mehr bekommen hätten.
Zurück am Schiff war das Abendessen gerade fertig und der Abend wurde für die Planung der nächsten Tage genutzt.
Der Tag heute konnte vom Großteil der Crew noch für Inselerkundungen genutzt werden. Der restliche Teil der Crew machte sich am Vormittag dagegen an unsere Lieblingsbaustelle, den Motor. Denn auch diese Etappe sollen wir nicht ohne Probleme davon kommen. Nachdem wir dieses Problem gelöst haben, erledigten wir noch ein paar Einkäufe und lassen nun den Abend mit Drinks ausklingen, bevor es heute Nacht wieder auf See gehen soll.

Svenja

Schiffsführung mit (wenig) Durchblick im Tropenregen
Der wilde Norden von Barbados
Die Crew chillt im Pool

G1 und Green Flash

Nachdem die letzte Etappe eine Liegeetappe in Fort-de-France war, haben diverse Crewmitglieder der Etappe 10 die Chance ergriffen und sind im Lauf der letzten Woche nacheinander an Bord eingetrudelt. Am Samstag, dem offiziellen Crewwechsel Tag, sind wir nochmal losgefahren um zu wandern. Der Aufstieg zum Montage Pélé war landschaftlich sehr schön, leider aber auch wolkenverhangen. Am Abend wurden die letzten Neuankömmlinge vom Flughafen eingesammelt und damit war die Crew endgültig komplett und gestern sollte es endlich losgehen.

Die Crew wurde ungeduldig. Endlich wieder bootfahrn! Morgens letzte Einkäufe, Auto weggebracht, G1 angeschlagen und schon konnte es losgehen. Der Black Pearl Spi hat uns aus der Bucht von Fort de France gezogen, dann hoch am Wind um die Südküste von Martinique bis der Wind ganz einschlief. Toller Sonnenuntergang, bei dem es sogar einen kurzen Grünstich in der Sonne gab, ruhiges Segeln und viel Boot kennenlernen. Perfekter Erster Segeltag mit 12 glücklichen Gesichtern.

In Le Marín warten wir jetzt darauf, dass die G3 vom Segelmacher zurück kommt, und wir nach ausklarieren und Eis kaufen nach Barbados auslaufen können.

Ansgar und Hanna

Montagne Pélé
Ein paar Meilen mit Black Pearl
Le Marín bei Nacht

Liegeetappe auf Martinique

Seit etwas über eine Woche liegen wir nun in Fort-de-France im Hafen. Leider konnten wir für diese Etappe keinen Schiffer finden, sodass wir nicht weiter segeln können. Doch das stimmt uns aktuell nicht sonderlich traurig, stattdessen nutzen wir die Zeit ausgiebig zum Nichts tun. Ja genau: nichts tun:) Die meisten von uns sind bereits seit einigen Monaten an Bord und nutzen gerade die Zeit um abwechselnd zu lesen, Musik zu hören, zu telefonieren oder einfach in der Sonne zu liegen. Abends wird lecker gekocht und da wir aktuell auch nur zu siebt sind, gibt es auch mal Burger. Außerdem haben wir die Back abends häufiger mal zum Sofa umgebaut und konnten so Filmeabende mit Popcorn veranstalten.Wenn wir ganz verrückt sind, trauen wir uns auch aus dem Hafen und erkunden Fort-de-France. Dabei stellt alleine der Weg mit dem Bus ein großes Abenteuer dar, da Fahrpläne eher als Empfehlung dienen. Manchmal kommt ein Bus gar nicht oder er ist zu voll und hält nicht.Manch Verrückte von uns dachten sich daraufhin, der Fußbus fährt immer und haben die Strecke zu Fuß zurückgelegt. Nachdem wir dies nun dreimal probiert haben, können wir weiterhin keine Empfehlung aussprechen. Am Sonntag wollten wir einen Ausflug nach Saint-Pierre machen. Der Blick auf den Busfahrplan war ernüchternd, denn sonntags fahren hier offensichtlich keine Busse. Da es nach Saint-Pierre sehr weit ist, wurde daher umgeplant und nach dem nächstgelegenen Strand gesucht. Dafür mussten wir jedoch trotzdem in die Stadt. Nach den Fußbus Erfahrungen der Vortage, entschlossen wir uns lieber ein Taxi zu rufen. Taxi fahren auf Martinique ist sehr teuer aber immerhin kommt an. Angekommen am Fährterminal nahmen wir die Fähre nach Anse à l’Ane auf der Halbinsel les Trois-Ilets (Die fahren hier fast genauso ohne Rücksicht auf Verluste wie die Fördedampfer. Da kommen Heimatgefühle auf.) Nach einem kurzen Fußmarsch zur Bucht Anse Mathurin waren wir schon an dem gewünschten relativ einsamen Strand. Es wurde die Hängematte zwischen den Palmen aufgespannt und nach allen Regeln der Kunst entspannt und gebadet. Leider war die Snack-Ausstattung sehr mangelhaft. Der Hunger trieb uns dann zurück zum Schiff. Taxis sind zwar im Allgemeinen sehr gut – außer sie finden einen nicht. Nach gefühlt ewigem Warten entschieden wir uns das Taxigeld in Pommes zu investieren und stattdessen den letzten und einzigen Bus zur Marina zu nehmen, den wir durch Zufall gesehen hatten. Nach einer Woche in der das Entspannungsprogramm im Vordergrund stand, packte uns so langsam wieder die Unternehmungslust. Eine Gruppe bestehend aus Frida, Jaika und Barny (der inzwischen auch auf der Insel angekommen ist) beschloss am Dienstag mit dem Bus zum Botanischen Garten von Fort-de-France zu fahren. Außerdem haben wir seit Dienstag endlich einen fahrbaren Untersatz. Damit wollten Svenja, Annika, Chris und Frieda ursprünglich die Gorges de la Falaise im Regenwald erkunden. Als wir dort ankamen stellte sich aber heraus, dass die Wanderung aufgrund von Regenfällen geschlossen war. Ein Alternativplan musste also her. Es ging an die Ostküste von Martinique auf die Halbinsel Presqu’île de la Caravalle. Dort gab es eine Wanderung an der felsigen Atlantikküste entlang und durch Mangroven. Auch die nächsten Tage werden wir noch dazu nutzen, um die Insel weiter zu erkunden, bevor dann am Wochenende wieder der nächste Crewwechsel stattfindet und es endlich wieder heißt „Leinen los!“

Annika, Svenja und Frieda

Crewfoto Etappe 9
Wanderung Presqu’île de la Caravalle
Mangroven
Auch hier regnet es… mindestens einmal am Tag…
Ausflug zum Strand – Klappe die Zweite

Auf nach Martinique und Jahreswechsel

Nach der ausgiebigen Erkundung Grenadas stand für uns noch ein langer Schlag bevor. Wie wir bei der Strandolympiade beinahe richtig erraten haben, knappe 160sm, also ungefähr 24 Stunden. Dementsprechend hieß es nach dem Frühstück „Leinen los“ und Kurs Nord. So konnten wir nochmal alle Inseln bestaunen und ziemlich bald kamen Erinnerungen an Wasserfälle, Schildkröten, Rochen und Beach-BBQ auf. Währenddessen sah man gelegentlich dicke, dunkle Wolken über die Inseln ziehen, die uns kurze Zeit später erreichten. Dann gab es eine schnelle Süßwasserdusche und nach einigen Minuten war alles vorbei. Der Wind fungierte dabei als Föhn, sodass nach 30 Minuten alles wieder trocken war und das Spiel von vorne begann. Ansonsten verlief die Überfahrt aber relativ entspannt – je nach Seekrankheitsgrad wird das wahrscheinlich unterschiedlich bewertet. Doch plötzlich war ein lauter Knall zu hören und die Genua flatterte in Wind. Ziemlich schnell war klar, dass die Schot gerissen ist- wer schon mal das dicke Tau gesehen hat, hält das zwar für unmöglich, aber wir können berichten, dass es geht. Aber auch das Problem konnten wir schnell beheben, denn wir haben ja noch zwei Schoten mehr dabei.  Blöderweise mussten wir dann noch Bekanntschaft mit der Windabdeckung machen, den die hohen Vulkaninseln klauten uns den Wind. Aber zum Glück sind die Inseln ja nicht so lang und nach etwas Geschaukel setzte der Wind mit voller Kraft wieder ein. Wie schon häufig auf dieser Reise drehte der Wind über Nacht immer weiter in die Richtung unseres Ziels und wir mussten die letzten Meilen kreuzen. Folglich kamen wir auch erst am späten Nachmittag in Le Marin an. Ursprünglich war der Plan dort nur einzuklarieren und danach eine Ankerbucht aufzusuchen. Der letzte Teil ist der allgemeinen Müdigkeit und der Sehnsucht nach einer Dusche zum Opfer gefallen. Nach der Dusche sollte das Abendessen vorbereitet werden. Wir hatten uns auf Arepas (venezolanische Maisfladen) mit schwarzen Bohnen und viel Salat geeinigt. Nach dem Essen traf im Mittelcockpit eine spannende Gesprächsrunde zusammen, denn die Ereignisse der letzten 12 Monate mussten verarbeitet werden. Als die Franzosen vom Nachbarschiff anfingen zu tanzen konnten wir aber nicht mehr still sitzen, denn wir haben einen Ruf zu verteidigen (Peter von Dancing). Kurzerhand wurde der Steuerbord-Salontisch ausgebaut und der Dancefloor mitsamt Diskokugel eröffnet. Plötzlich wurde es nochmal hektisch denn es war 23:50. Also schnell Sekt einschenken und an Deck versammeln, um pünktlich anzustoßen.

Annika

Viele Regenbögen auf dem Weg
Arepas mit Salatt
Feuerwerk auf Martinique

Frohes Neues!

Erst einmal wünschen wir allen leicht verspätet ein frohes neues Jahr! Wie immer wenn länger nichts von uns kam, war auch in den letzten Tagen mal wieder viel zu viel los, um einen Blogpost zu verfassen. Aber natürlich haben wir Euch nicht vergessen! Hier kommt erst mal der Bericht zu Grenada:

Am Abend des 27. Dezember kamen wir auf Grenada an. Nachdem wir den ganzen Tag in der Sonne geschwitzt hatten, erwischte uns genau pünktlich in der Hafeneinfahrt noch ein kräftiger Schauer. So konnten wir die Segel nach dem Anlegen „leider“ nicht sofort verstauen, sondern mussten sie noch etwas an Deck trocknen lassen.
Der nächste Tag begann mit etwas, was man hier bei der Urlaubsatmosphäre fast schon vergessen hatte: Arbeitsdienst. Die Motivation war so groß, wie sie eben sein kann, wenn man auch eine neue Karibikinsel erkunden könnte, aber bis zum Mittag hatten wir zum Glück alles erledigt. Dass Lutz seine Eisschulden (entstanden durch schlechte Wortwitze) pünktlich zum Mittagessen einlöste, versüßte uns das Ende der Bootsarbeiten gleich noch etwas mehr. Ohne große Pause ging es dann direkt mit dem Freizeitprogramm weiter. Mit Teilen der Crew machten wir uns auf den Weg, eine Rumdestillerie zu besichtigen. Bei der anschließenden Rumverkostung stellten wir alle fest, dass wir doch eher Fans des französischen Rums sind, aber bis das feststand, mussten natürlich einige Rumsorten probiert werden. Leicht beschwipst machten wir uns dann auf den Weg nach St. Georges. Anstatt eines Taxis wollten wir dafür einen typisch karibischen Kleinbus nutzen. Diese Busse fahren einfach den ganzen Tag auf der Insel herum und sammeln einen da am Straßenrand ein, wo man gerade steht und setzen einen dann wieder ab, wenn man dem Fahrer Bescheid sagt, dass man gern aussteigen würde. Nach kleinen Startschwierigkeiten und dank Tipps von Busfahrer Shiti hielt tatsächlich auch ein Bus Richtung Stadt für uns an. Der war zwar eigentlich schon voll, aber mit einigem Quetschen passten wir doch noch alle sieben hinein. Fröhliche Jesus-Musik und Segenswünsche unserer Sitznachbarin machten das Erlebnis perfekt. In St. Georges bummelten wir ein bisschen durch die Stadt und nach einem köstlichen karibischen Essen in Deynas Diner schlenderten wir zurück zum Hafen. Am Abend gab es als Captain’s Dinner das typisch grenadinische „Oil Down“.
So gestärkt waren wir perfekt vorbereitet, um am nächsten Tag mit der gesamten Crew (abzüglich eines Sonnenstichkranken) eine Inselrundtour zu unternehmen. Unser Taxifahrer Greenman war hochmotiviert und konnte uns zu jedem Haus und jedem Baum, an denen wir vorbeikamen, etwas spannendes erzählen. Nach einem Marktbesuch in St. Georges und ein paar Fotostops machten wir uns auf Greenmans Empfehlung hin zu Fuß auf den Weg zu den Seven Sisters-Wasserfällen. Zwei der Sisters konnten wir nach einer kurzen Wanderung alle bestaunen, für den Rest musste man mutig genug sein, sich einen Sprung aus 12 Metern Höhe zuzutrauen. Man musste nämlich bis zum obersten der Wasserfälle klettern und der einzige Weg zurück bestand darin, jeden Wasserfall wieder herunterzuspringen. Neun Verrückte wagten es tatsächlich und glücklicherweise kamen alle ohne bleibende Schäden wieder unten an. Hut ab! Es folgten noch weitere Stopps zum Mittagessen, bei einer Schokoladenfabrik, am alten Flughafen und an einem Strand, aber so aufregend wie in den Wasserfällen wurde es nicht wieder. Obwohl Greenman uns gern noch viel mehr gezeigt hätte, wollten wir abends doch gern wieder zurück zum Boot, um für die anstehende Überfahrt nach Martinique fit zu sein.

Seitdem ist natürlich weiterhin viel passiert: Wir sind in anderthalb Tagen nach Martinique gesegelt, haben Silvester gefeiert, geputzt, und inzwischen ist sogar schon die achte Etappe vorbei und die Liegeetappe in Fort de France hat begonnen. Was es darüber so zu berichten gibt, werdet ihr in den nächsten Posts erfahren können 🙂

Start der Wanderung zum Wasserfall (mit Greenmans Auto im Hintergrund)
Die zweite der Seven Sisters
Kurz vor der Ankunft in Fort de France

Das Rätsel um Neptuns Nachfahren

Der zweite Weihnachtsfeiertag war gleichzeitig auch unser letzter Tag auf den Tobago Cays. Nach ausgiebigen Schnorcheleinheiten und exzessivem Seele baumeln lassen hatte der Schiffer am Nachmittag etwas ganz besonderes für uns geplant. Es gab eine Strandolympiade! Dafür wurden aus den Wachen Teams gebildet, die natürlich mit passendem Teamnamen und Kampfschrei ausgestattet werden mussten. „Die Machete“, bestehend aus Henrik, Frida, Mike, Alfred und mir, motivierte sich mit dem Schrei „Wie macht die Machete? HACK! HACK! HACK!“. Dagegen an trat das Team „Lackj“ (gesprochen lucky). So genannt in Anlehnung an die Mitglieder Laura (zwar auf dem Boot geblieben, aber im Herzen dabei), Annika, Chris, Kirsten und Jette. Sie hatten das karibische Thema sehr passend aufgegriffen mit dem Kampfschrei „Rum? – Punsch! Ruuuum? – Puunsch!!! RUUUUM? -PUUNSCH!!!“. Gemessen wurde sich sowohl in Kraft und Geschicklichkeit als auch in einigen Quizfragen. Die Spiele hatten tolle Namen wie Poseidons Palstek, Neptuns Nachfahre (anhand mehr oder weniger aufschlussreicher Schauspielerei von Lutz sollten verschiedene Vereinsmitglieder erraten werden), Sintbart ist durstig (Pützen sollten mit Schwämmen oder Mützen so schnell wie möglich mit Meerwasser gefüllt werden), Muscheldarts, Rasmus Raterunde, Sandmaler (der Schiffer versuchte sich als Künstler und die Teilnehmer errieten die dargestellten Objekte). Es war ein Kopf an Kopf Rennen. Am Ende entschied die Frage „Was war die erste Regatta des neuen Peters 1992?“ bei Rasmus Raterunde. „Die Machete“ wusste ganz genau, dass es sich nur um das Columbus Race handeln konnte. Gewonnen wurde eine Papierkrone und ewiger Ru(h)m.

Dies war ein gebührender Abschluss unserer Weihnachts-Festivitäten auf den Cays. Am nächsten Morgen lichteten wir den Anker und segelten nach einem kurzen Stopp zum Ausklarieren auf Union Island mit bestem Wind nach Grenada.

Frieda

Weihnachten mal anders

24.12.2022
Los ging es mit Wasser bunkern und anschließendem Verholen zu den Tobago Cays. Das Verholen klappte wunderbar unter G4 und Groß im zweiten Reff. Dort angekommen wurde mal wieder geschnorchelt und die Atmosphäre genossen. Außerdem gönnte sich die Crew einmal eine Süßwasser-Flaschendusche. Ist ja schließlich Weihnachten ! Als es dunkel wurde begann dann die festliche Veranstaltung, wir sangen, wichtelten und Weihnachtsmann (Frieda) und Engel (Annika) kamen durchs Salonluk. Neben Muscheln, Magneten und Machete war alles dabei und Jette organisierte ein fabelhaften karibisches Essen. Das Weihnachtsfest auf dem Peter lässt sich abschließend gut mit wässrig-türkisgrünem-blau, Mangogelb, Keksglasurlila, Nussgitarrenbraun, Rumpunschgold, Korallenorange, Sonnenbrandrot, Muschelweiß, Dingigrau, Mantaschwarz, Schweißperlenglitzern und blühenden Sommersprossen beschreiben. Frohe Weihnachten !

Karibisches Festmahl
Weihnachtsmann und Engel sind angekommen!

25.12.2022
Es wurde ausgeschlafen und ein Müslikaterfrühstück genossen. Durch den Rumpunsch noch etwas letagisch genossen wir den Strand von Tobago Cays oder einfach das Teak des Peters. Am Nachmittag ging es dann zum nahgelegenen Turtle-Beach. Und wie so oft wird auch hier nicht zu viel versprochen, keine 20 m vom Strand grasten Wasserschildkröten. Welche eine solche Ruhe besaßen, als das selbst 7 schorchelnde ASV’er sie nicht störten. Angesteckt von dieser Ruhe bequemten wir uns auf den Strand von Baradal Island. Zum Abend ging es dann zu Alphonso zum Beach BBQ, Hummer essen. Hier nochmal großen Dank an Henrik, der dieses Essen spendierte!

Beach BBQ

Frida

Union Island

22.12.2022
Frühstück war an diesem Morgen wichtig, denn es galt beide Ankerketten und ein eingegrabenen Anker zu bergen. Mit 5 Leuten und einer Menge Zuschauern anderer Boote wurde der Anker geborgen. Mit etwas über 20 kt. Wind ging es Kurs Union Island. 30 Seemeilen, einer spontan auslösende Schwimmweste und einem drohenden Regenschauer, der so dicht wie eine Wand war später, kamen wir in der Ankerbucht vor Clifton an. Diese ist quasi direkt aus einem Reiseführer entsprungen. Kein Steinwurf von unser Mooring entfernt erstreckt sich ein flaches Riff welches die Bucht bildet und gar so wunderbar zum schnorcheln ist. So klarierten wir flux den Peter und taten, was getan werden musste.

23.12.2022
Union Island ist gerade so klein bzw. groß genug, als das sie in einem ausgedehnten Spaziergang umrundet werden kann. So erklomm Teil der Crew den nächstbesten „Berg“, wanderten durch die Dörfer oder bestaunten die Mangrovenwälder und ihr von Muscheln gesäumten Strände. In der Stadt wurden dann noch Chayoten gekauft, wir tauften es karibisches Kohlrabi. Wieder auf dem Boot wurde die Crew von einem Frühzeitigen Weihnachtsgeschenk überrascht. Ein hübscher kleiner Weihnachtsbaum mit Lichterkette und karibischen Baumschmuck. Der Weihnachtsmann, mit einen von Delfinen gezogenen Schlitten, soll diesen übern Tag vorbeigebracht haben. Später am Abend haben wir noch Kekse gebacken und Jette hat „Stille Nacht“ auf der Blockflöte zum Besten gegeben.

Insel erkunden
Alles voller Muscheln
Unser Weihnachtsbaum
Kekse backen an Bord- Traditionen müssen aufrecht erhalten werden

2 Tage Urlaub vom Urlaub

Nach einer windigen ersten Nacht in der Bucht vor Port Elizabeth, in welcher ein paar tapfere Nachtwächter den Nachthimmel bestaunen durften, erwarteten uns zwei Tage karibischer Idylle.Das Programm fiel dabei aufgrund der vielfältigen Vorlieben der Crew und dank des auf Hochtouren laufenden Beibootes Peterchen unterschiedlich aus. Den Vormittag des ersten Tages verbrachte ein Teil der Besatzung mit Einklarieren und Einkaufstüten auffüllen. Zeitgleich entbrannte auf dem Peter der Fitnesswahn. Unter der schweißtreibenden Vormittagssonne von Bequia bewiesen mehrere Mitreisende ihr können im Vierkampf, bestehend aus Liegestützen, Klimmzüge, Planks und einem Armdrück-Wettbewerb im Bauch des Sauna-warmen Salons. Ein klarer Sieger konnte dabei, entgegen der Überzeugung einiger Teilnehmenden, nicht festgelegt werden.Nach erfolgreicher Retour der Reisegruppe Immigration, teilte sich die Etappencrew auf verschiedene Aktivitäten auf.Während sich einige zu einem gemütlichen Tag an der Promenade von Port Elizabeth entschlossen, startete eine andere Gruppe gegen den Rat eines jeden Wanderguides pünktlich um 12:00 Mittags auf eine mehrstündige Wanderung um die Insel. Während die Wasservorräte und Sonnencreme-Bestände mit rapiden Schwund zu kämpfen hatten, blieb die Moral hoch. Grund dafür waren die atemberaubenden Landschaften, die die Wanderung zu bieten hatte. Beginnend auf einer Nebenstraße am Rande der Stadtpromenade, schob uns die mit Kürbissen, Papayas und bunten Blumen geschmückte Straße gen Gipfel. Oben angekommen erwartete uns ein fantastischer Ausblick auf die Ankerbucht im Westen, sowie mehrere Inseln gen Süden. Nach kurzer Trinkpause inklusive Smalltalk mit den ortsansässigen Ziegen ging es dann einen unpräparierten Pfad hinab, rein in die Wildnis des östlichen Bequias. Dieser Trampelpfad endete in einem mit Kühen bestückten Hang, an dessen Ende uns ein Strand wie aus dem Bilderbuch erwartete. Das mit Kokosnusspalmen bestückte Ufer wich der unaufhaltsamen Atlantikbrandung über steinlosem Sandstrand. Nach ausgiebigem staunen und Kokosnuss-Köpfen, machten wir uns wieder auf und beendeten die Rundtour eine Stunde später in Port Elizabeth. Eine dritte Gruppe genoss den menschenleeren Peter und verbrachte den Nachmittag mit Schnorcheln und Bräunen. Nach Austausch des Erlebten zu köstlichem Abendessen, entschieden wir uns kurzerhand den folgenden Tag ebenfalls hier zu verbringen. Während zwei Tauch-begeisterte Mitsegelnde am Vortag Kontakte zur lokalen Tauchschule aufgenommen hatten und den Tag mit dem Erkunden von Wracks und Riffen verbrachte, genoss nun die Wandercrew des Vortages die Ruhe eines ausgedünnten Peters mit Musik, Kaltgetränken und der ein oder anderen Runde Skat. Angesteckt von der Schwärmerei des Vorabends, begab der Rest der Crew sich ebenfalls auf die Wanderung und stießen ebenfalls restlos begeistert am Abend zurück zum Peter. Begleitet von Musik, gutem Essen und Rum on the Rocks genossen wir den letzten Abend auf der malerischen Insel Bequia.

Alfred

Ankergetränk vor Bequia
Alles bunt!
Zwei Fri(e)da’s unter Blumen