Land in Sicht!

Nach der Flautennacht Sonntag auf Montag erholte sich der Wind ein Glück schnell, nur drehte er uns natürlich prompt auf die Nase… Also machten wir Montag noch einen Schlag in Richtung Osten, bevor wir in der Nacht wendeten und endlich wieder auf Kurs waren. Durch den Winddreher gab es ordentliche Kreuzseen, so dass es unter Deck eher ungemütlich war. An Deck leider auch, hier lag es aber eher an den kühlen Temperaturen und gelegentlichen Schauern. Dienstagmittag klarte der Himmel etwas auf und auch die Crew erwachte mit den ersten Sonnenstrahlen wieder zum Leben. Am Mittag trafen sich alle an Deck und unsere Küchenfee Jule servierte uns Quesadillas. Kurz nach dem Essen zauberte sie noch einen Geburtstagskuchen für Flo aus dem Ofen, den wir ihm, mal wieder Dank des Windes mit erloschenen Kerzen aber dafür lautem Gesang überreichten. Nachdem das Geschenk ausgepackt war, wurde der Kuchen direkt angeschnitten, bevor die Freiwachen wieder unter Deck verschwanden und nac h Ruhe suchten. Der restliche Tag gestaltete sich sehr entspannt, da der Wind zu unseren Gunsten drehte und wir nun mit einem Halbwindkurs auf die Südspitze Bermudas zusteuern konnten. Die letzte Nacht auf See wurden wir nochmal mit sternenklarem Himmel verwöhnt. So gingen die vier Stunden der Nachtwache erstaunlich schnell um, da man die Zeit hervorragend  mit Sternschnuppen und Satelliten gucken verbringen konnte. Heute früh wurden wir mit dem herrlichen Geruch von Pancakes und Kaffee geweckt, die wir in der Morgensonne unter Begleitung des Herr der Ringe Soundtracks genossen. Inzwischen haben wir Land gesichtet und sind es keine 30 nm mehr bis zum Zielhafen. Wir freuen uns schon auf die Dusche! Zeitgleich herrscht aber auch ein leicht komisches Gefühl, denn das bedeutet auch, dass Etappe 16 der Reise zu Ende geht und damit das Ende der Reise immer näher rückt… Für mich und einige Andere heißt es am Samstag das Schiff zu verlassen, während sich die restliche Crew auf den Atlantik vorbereitet. Für mich persönlich werden, nach fast 9 Monaten an Bord, die nächsten 30 nm tatsächlich die letzten Meilen innerhalb der ¡Peter Libre! Reise auf See sein. Seltsames Gefühl zu wissen, dass man den Peter und seine Chaoten-Crew, die man in den letzten Monaten so sehr lieben gelernet hat, verlässt und wieder nach Deutschland fliegt. Immerhin könnte das Wetter momentan auch ein Sommert ag auf der Ostsee sein, was die Umstellung aufs deutsche Wetter etwas erleichtern wird. Woran man merkt, dass wir uns noch auf der anderen Seite des Atlantiks befinden ist, dass das Wasser noch viel blauer ist als die Ostsee, die Position noch deutlich westlich des Nullmeridians ist (064° W) und dass wir ab und zu Tropikvögel und portugiesische Galere sichten.

Kurzzusammenfassung:
Position: 32°10,1′ N; 064°59,0′ W
Kurs: 076°
Etmal 24h: 146 nm
Zurückgelegte Strecke seit Nassau: 857 nm
Uhrzeit Landsichtung: 9:50 Bordzeit
Gesichtete Portugisische Galeren: zu Viele…
Vernichtete Pancakes: 54

Svenja