Jahreshauptversammlung mal anders

Da wir als ordentliche Mitglieder brav unserer Verpflichtung, nämlich an der Jahreshauptversammlung teilzunehmen (§ 2 Absatz 4 Satz 6 der Geschäftsordnung der Aktivitas), nachkommen wollten, setzten wir uns inklusive Frühstück um 08:15 Uhr vor den Laptop und wählten uns online ins Bootshaus ein.
Dass diese JHV für uns vermutlich wie keine andere JHV sein wird, konnten wir uns schon vorher denken, aber dass sie so vielschichtig wird, hätten wir wohl nicht gedacht.

Es fing damit an, dass um kurz vor 09:00 Uhr unser kanadischer Nachbar Lärm vor unserem Boot verlauten ließ, um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen.
Grund für seinen Aufstand war, dass ein Ruderboot, welches an der Regatta „Atlantic Dash“ mit Atlantiküberquerung teilgenommen hatte, als erstes Boot an unserem Hafen in Sichtweite war. Dieses Ereignis ließen wir uns natürlich nicht entgehen, insbesondere weil schon im Vorfeld angekündigt wurde, dass es anschließend Freigetränke geben sollte.
Das Boot kam immer näher und so fingen die Leute an, die Rudernden lautstark zu begrüßen. Auch wir haben die Chance genutzt, um mal wieder unser Horn zu testen.
Kaum hatten sie angelegt, betraten die Ruderer nach 60 Tagen auf See das erste Mal wieder Festland. Noch etwas taukelnd nahmen die Gewinner die Flasche Sekt entgegen und verpassten sich und dem Boot eine Sektdusche. Ob der anschließende Rum-Punsch hinsichtlich der Gangstabilität hilfreich war, kann man so wohl nicht beurteilen.
Um nicht zu lange von der JHV fernzubleiben, entschieden wir uns, schnell ein Freigetränk abzuholen und dann wieder zum Boot zu gehen. Da es, anders als erhofft, nur Alkoholisches gab „mussten“ wir uns mit einem Rum-Punsch zufriedengeben. Zugegeben, 09:00 Uhr morgens ist für uns nicht unbedingt die standardmäßige Zeit mit einem Drink anzustoßen, aber etwas dagegen hatten wir dann auch nicht.
So landeten wir nach einem kurzen Ausflug wieder bei der JHV.
Die Wirkung des Alkohols ließ bestimmt auch wegen der karibischen Wärme nicht lange auf sich warten. Trotzdem folgten wir der Versammlung weiterhin teilweise mehr oder weniger aufmerksam.
Wie immer war es eine recht lange Sitzung und so kam gegen Mittag der Hunger auf.
Wir entschieden uns für ein interkulturelles Bauernfrühstück, bestehend aus Yamswurzel als Kartoffelersatz, Zwiebel, Tomate und wahlweise mit Ei und Käse.

Achtung (schlechter) Wortwitz:
Das war Yams lecker!

Über die restliche Zeit der JHV konnten wir weiter ausnüchtern und so hatten wir am Ende der Versammlung wieder (halbwegs) einen klaren Kopf.
Im Vergleich zu unserer restlichen Sippschaft hatten wir dann doch eine recht aufregende Jahreshauptversammlung.

Den Nachmittag haben Frida und ich genutzt, um für unser gutes Gewissen am Strand zu entspannen. Wir mussten nämlich feststellen, dass man sich, wenn man am Strand entspannt, direkt tätiger fühlt, als wenn man an Bord bleibt und dort entspannt.

Jule

Das Team ‘Cabbies do Atlantic Row’ begleitet von diversen Dinghies
Der Rum Punsch schmeckt mal wieder gut
Traumhaftes Wetter in Antigua