55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 15/55: In der Karibik eine Tätowierung stechen lassen?

Für alle, die sich überlegen, etwas Dauerhaftes aus der Karibik mitzunehmen, könnte dieser Artikel hilfreich sein.

Ich habe einfach mal etwas Zeit darin investiert mich drüber schlau zu machen, ob es traditionelle karibische Tätowierungen gibt und wenn das der Fall ist, was es mit ihnen auf sich hat.

Ich bin hierbei auf das Volk der Taíno gestoßen. Im dazu passenden Wikipedia Artikel habe ich erfahren, dass sie erst die Großen und Kleinen Antillen bewohnten, dann jedoch von den Kariben größtenteils in Richtung Kuba, Hispaniola, Jamaika und Puerto Rico vertrieben wurden. Die von den Europäern eingeschleppten Krankheiten gaben ihnen dann endgültig den Rest, sodass sie heute eigentlich als ausgestorben gelten.

Christoph Kolumbus beschreibt die Taíno in seinem Tagebuch als „unschuldig und von einer solchen Freigiebigkeit mit dem, was sie haben, dass niemand es glauben würde, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Was immer man von ihnen erbittet, sie sagen nie nein, sondern fordern einen ausdrücklich auf, es anzunehmen und zeigen dabei soviel Liebenswürdigkeit, als würden sie einem ihr Herz schenken.“

Auf der Seite freetattoodesigns.org konnte ich dann einige Informationen zu ihren Symbolen finden. Die Taínos hatten kein Alphabet, sondern eine Sprache, die aus Symbolen, die in Stein gemeißelt wurden, sogenannten Petroglyphen bestand und Arawak hieß. Diese Symbole ließen die männlichen Taíno aus sprituellen Gründen als Tattoos stechen.

Fun Fact: Die Taíno Frauen ließen sich lieber piercen.

Neben diesem hier gezeigten Sonnensymbol gibt es Zeichen für Mond, Wasser und verschiedensten Tiere und Gottheiten, die auf der oben genannten Website zu sehen sind.

Aus diesen paar einfach Symbolen leiten sich zahlreiche Interpretationen ab, die im Internet massenhaft zu finden sind.

 

Ich persönlich werde mir das Ganze vielleicht noch ein bisschen genauer anschauen.

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 14/55: Karneval feiern!

von Maike

Neben all den sportlichen und vielleicht auch kulturellen Erlebnissen, die wir uns so fleißig vorgenommen haben, soll vor allem eins nicht zu kurz kommen: das Feiern! Nicht, dass ich das ernsthaft befürchte, aber es kann nicht schaden, rechtzeitig und intensiv nach den besten Festen der Umgebung zu fahnden. Da momentan sogar im hochgeschlossenen Deutschland die Jecken los sind, lohnt doch ein Ausblick auf die karibische Karnevalszeit, die uns in einem Jahr erwartet.

Das Schöne an unseren mittelamerikanischen Freunden ist ja sowieso ihre ausufernde Feierlaune und da wundert es dann auch nicht, dass sie auch beim Thema Karneval über die Stränge schlagen. Sie haben´s nämlich gleich so geschickt eingerichtet, dass immer irgendwo in der karibischen Inselwelt gerade Fasching gefeiert wird.

So fangen einige Inseln schon vor dem Jahreswechsel mit den Feierlichkeiten an und ersetzen einfach eine besinnliche Weihnachtszeit durch ein rauschendes Karnevalstreiben. Der Grund dafür stammt aus der Zeit der Sklaverei, die in der Karibik im 16. Jh. ihren Anfang nahm. Für das Weihnachtsfest ihrer Kolonialherren interessierten sich die Sklaven aus Afrika zwar nicht im Geringsten, es bescherte ihnen aber die einzigen freien Tage des Jahres. Trotz ihrer misslichen Lage nutzten sie diese zur fröhlichen Feierei mit Trommeln und Gesang und Pauken und Trompeten. Die Insel Montserrat hat diese Tradition zum Beispiel beibehalten und zelebriert alljährlich den „Street Jam“, bei dem die Straßen mit feiernden Menschen, Musik und Essensständen gefüllt sind.

Viele Inseln der Karibik feiern aber auch einfach traditionell vor der Fastenzeit, also vor allem im Februar. Besonders hervor tut sich hier das Zweiergespann Trinidad und Tobago. Vom 13. bis 16.02 findet hier der größte Karneval der Karibik statt. Das farbenfrohe Spektakel gilt sogar als das zweitgrößte Karneval-Event der Welt nach Rio de Janeiro.  Wie in Brasilien wird auch hier besonders in Form von Paraden und Wettbewerben mit Trachten oder phantasievollen Kostümen die Sau rausgelassen. Zur Krönung tanzen bei der „J´Ouvert“- Parade am Rosenmontag Horden bunt bemalter Teufel durch die Straßen und schmieren zur Feier des Tages die Party-Teilnehmer mit Farbe, Schlamm oder – Obacht! – Schokosoße ein. Halleluja!

Aber selbst wenn es uns nicht zu diesem lustigen Inselgrüppchen verschlagen sollte, werden wir spätestens auf Guadeloupe auf unsere Kosten kommen! Auch hier ist der Karneval das größte Volksfest des Jahres. Und weil´s so schön ist, bekommen die Kinder sogar ein paar Tage schulfrei! Das hätte es bei uns nicht gegeben! Während so ungefähr überall auf der Welt Fasching an Aschermittwoch vorbei ist, reicht es den Bewohnern dieser schmetterlingsförmigen Insel noch nicht ganz. Sie feiern an diesem Abend noch schnell die Beisetzung von König „Vaval“, einer riesigen Puppe aus Papier und Stoff, die den Geist des Karnevals symbolisiert. Diese wird verbrannt, um im nächsten Jahr wieder auferstehen zu können und damit ist endgültig Schluss mit den Festlichkeiten!

Am klügsten macht es aber immer noch die geteilte Insel St. Martin/Sint Maarten. Sie macht aus der Not eine Tugend und feiert gleich zweimal. Im Februar im französischen und im April im niederländischen Teil. Einen Termin davon sollten wir auf jeden Fall erwischen! Karibik alaaf!

 

Bilder: CC BY-NC-SA 2.0, Chris

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 13/55: An meinem Geburtstag (im Winter) segeln gehen

von Sören

Segeln finde ich toll, meinen Geburtstag geniesse ich auch jedes Jahr. Nur ärgerlich, dass ich meine Lieblingssportart in der Regel nicht an meinem Geburtstag ausüben kann. Ich hab nämlich am 25. Februar Geburtstag.

Einmal hat es bisher geklappt, das ist ein paar Jahre her und die Piratenjolle „Bärbel“ vom ASV war schon wieder im Wasser. Meine Freundin Heyka hat mich eingeladen und es war toll bei herrlichem Sonnenschein über die Kieler Förde zu gleiten. Kalt war es auch und ich glaube wir sind nach zwei Stunden schon wieder nach Hause gefahren.

Die Karibik ist hingegen ein ausgesprochenes Wintersegelrevier und so haben auch alle Sternzeichenkinder vom Weihnachtsmann bis zum Osterhasen Gelegenheit an ihrem Geburtstag segeln zu gehen. Nächstes Jahr bin ich dann irgendwo zwischen Martinique und St Maarten auf dem „Peter von Danzig“. Es wird nicht kalt, der Wind wird prächtig konstant wehen und am Abend sitzen wir in Badehose vor dem Geburtstagskuchen. Einen ganzen Tag allerfeinstes Segeln ist ein wunderbares Geburtstagserlebnis, das ich unbedingt einmal machen möchte.

 

Ich werde dann später davon berichten.

Liebe Grüße, Sören

Bild: C. J. Peters

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 12/55: Einmal im Leben nach St. Kitts and Nevis

Heute hat Martje, eine Gästin, etwas für uns geschrieben:

Es ist der 19. Juli 1996, ich sitze vor dem Fernseher und verfolge die Eröffnungsfeier der olympischen Sommerspiele in Atlanta. 10.320 Sportler aus 197 Nationen nehmen damals an den Spielen teil. Es sind die 26. Spiele der Neuzeit, Jubiläumsspiele (100 Jahre) und gleichzeitig die erste Teilnahme an olympischen Spielen überhaupt für einen kleinen, karibischen Inselstaat.

Eine Fahnenträgerin (Diane Francis, wie ich jetzt nachgeguckt habe) erregt meine Aufmerksamkeit. Sie wirkt noch glücklicher und stolzer als die anderen Athleten. Sie strahlt und schwenkt die schräg gestreifte Flagge in grün, gelb, rot mit dem schwarzen Balken mit den 2 Sternen und geht hinter dem Schildträger mit dem Namen des Landes.

„St. Kitts and Nevis“.

Klingt das schön!

Die Leichtathletik-Wettkämpfe nehmen ihren Lauf, der US-amerikanische Sprintstar Michael Johnson gewinnt Gold über 200 und 400 Meter, die 100 Meter Staffel der Männer aus St. Kitts and Nevis wird nur Vierter im zweiten Vorlauf und ich beschließe, dass ich in diesem Leben einmal da gewesen sein muss!

Übrigens: dieser 4. Platz ist das beste Ergebnis der 10 Sportler aus der Karibik. Sie haben kein Medaillenglück, was ihrer guten Laune und ihrem Stolz, dabei gewesen zu sein, aber keinen Abbruch tut.

Zu diesem Augenblick habe ich noch keine Ahnung, wo das Land liegt, dass es ein aus den beiden Inseln bestehender Bundesstaat ist und 1983 aus britischer Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Ich weiß ebenfalls noch nicht, dass das Staatsoberhaupt weiterhin die britische Königin Elisabeth II. ist, die derzeit durch einen Generalgouverneur vertreten wird.

Ich weiß noch nicht, dass St. Kitts and Nevis eine marktwirtschaftlich orientierte Demokratie ist und sogar für karibische Verhältnisse extrem hoch verschuldet ist…200% des BiP ist weltweit Spitze!

St. Kitts und Nevis leidet unter seinem kleinen Binnenmarkt, hoher Verletzlichkeit gegenüber Naturkatastrophen und einer wenig diversifizierten Industrie. Der Tourismus, der die Zuckerindustrie bereits in den 70er Jahren als Haupteinnahmequelle abgelöst hatte, ist wirtschaftlich immens wichtig. Umso härter trifft die Inseln im Oktober 2008 der Hurrikan “Omar“, der schwere Schäden, u.a. an der touristischen Infrastruktur, verursacht. Der Rückgang an Touristen in Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise traf St. Kitts und Nevis ebenfalls besonders hart. Seit Anfang 2011 steigt die Zahl der Urlaubsreisenden zwar wieder leicht an, bietet angesichts der ungewissen Wirtschaftsentwicklung im Hauptmarkt USA aber keine verlässliche Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Wir sollten also dringend die dortige Wirtschaft fördern und unser Geld dort in Rum investieren! Zum Beispiel in den 4 Jahre im Holzfass gelagerten Belmont Estate Gold Coconut Rum, der ursprünglich auf Jamaica in Kingston entwickelt und produziert wurde, jedoch seit 2000 auf St. Kitts hergestellt wird.

1996 weiß ich auch noch nicht, dass St. Kitts und Nevis Mitglied der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS) und der OECS-Währungsunion ist und den Ostkaribischen Dollar (aktuell: 1€ ist 3,49XCD) hat. Dass die Amtssprache englisch ist und es insgesamt rund 50.000 Einwohner und keine einzige Ampel hat.

Was zu überprüfen wäre… und hey, damit haben die damals etwa 0,02% Prozent ihrer Einwohner zu den olympischen Spielen geschickt…Deutschland 0,00000567% (465 Teilnehmer bei etwa 82 Mio.) und die USA…egal! Es sind jedenfalls im Verhältnis ganz schön viele!

Ich konnte damals auch nur erahnen, dass dort ein heißes, tropisches Klima vorherrscht, angenehm gekühlt durch die Passatwinde. Dass es von Januar bis April arid ist und im Sommer und zum Jahresende hin etwas regnet. Dass die Jahres- Regenmenge nur etwa 125-200 mm beträgt (zum Vergleich: in Hamburg fallen derzeit durchschnittlich 773mm im Jahr), wagte ich nicht mal zu hoffen.

Aber gutes Wetter reicht natürlich nicht, die Gewaltkriminalität hat in St. Kitts und Nevis in letzter Zeit erheblich zugenommen, allein die Zahl der Morde hat sich seit 2002 versechsfacht! Daher hat die Regierung von St. Kitts 2008 entschieden, wieder die Todesstrafe vollstrecken zu lassen.

Sehr beruhigend…

Ziel war, abzuschrecken und somit die hohe Mordrate zu bekämpfen, die St. Kitts zum Land mit der weltweit höchsten Mordrate pro Kopf 2008 machte.

Ein sehr zweifelhafter Rekord! Aber ich hoffe, dass die einfach nur gewissenhafter im Dokumentieren von Morden sind als andere Länder…

St. Kitts hat zwar wie auch die anderen ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik das britische Rechtssystem übernommen, die im ehemaligen Mutterland vor 40 Jahren vollzogene Abschaffung der Todesstrafe wurde jedoch hier nicht umgesetzt. Beruhigend ist aber, dass die höchste juristische Instanz für St. Kitts der Privy Council in London ist, welcher bereits einige verhängte Todesstrafen während der Einspruchsfrist wieder aufhob.

St. Kitts und Nevis wurden 1493 auf der zweiten Fahrt des Kapitäns Christopher Kolumbus entdeckt, jedoch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts von britischen Kolonisten besiedelt. Keiner weiß, ob er sich selbst ein Denkmal setzen wollte mit dem Namen (St. Kitts hieß ursprünglich St. Christopher und ist eigentlich nur ein Kosename) oder ob der die Insel nach dem Patron der Reisenden benannt hat. Schließlich ist er an St. Kitts nur vorbeigesegelt.

Die Insel St. Kitts besteht aus drei Vulkangruppen, die durch tiefe Täler separiert sind. Der höchste Berg von St. Kitts ist der 1.156 m hohe Mount Liamuiga, früher Mount Misery. Die Hauptstadt ist Basseterre.

Die Insel Nevis ist durch einen 3 km breiten Meerenge von St. Kitts getrennt. Die höchste Erhebung ist der Nevis Peak mit 985 m. In der Meerenge zwischen beiden Inseln liegt Booby Island.

Hat übrigens nichts mit einer Asylinsel für Dummköpfe (engl. Booby = Dummkopf) zu tun, wie man dem Namen nach vermuten könnte, sondern benannt nach den Tölpelvögeln und seit 2005 unter Naturschutz.

Übrigens: Bei diesen olympischen Spielen 1996 wurde Segeln im Laserboot als neue olympische Disziplin eingeführt und der Werbeslogan auf der Website des Tourismusbüros von St. Kitts and Nevis fordert auf:

 „Follow your heart: explore, feel, love, remember – St. Kitts and Nevis“

Das reicht ja wohl als Motivation, oder? 😉 Hin da!

Da es über St. Kitts und Nevis noch viel Interessantes gibt, war dies bestimmt auch nicht der letzte Artikel dazu… J

Quellen: Homepage des Auswertigen Amtes, Wikipedia, www.stkittstourism.kn

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 11/55: Im Postkartenidyll leben

von Kay

Eigentlich wissen wir ja alle, wie’s in der Karibik aussieht: Ständig Sommer, den ganzen Tag über Sonne am wolkenlosen Himmel und weiße Strände, endlos lang.
Das Meer ist klar und blau und warm und durchsichtig bis zum Grund und überall sind Palmen.
An Bord gibt’s am Morgen Kaffee – irgendwann nach dem Aufwachen –  mittags gibt’s Kokosnuss, selbstgefunden und -geöffnet. Abends Sundowner und Party. Badehosen und Bikini, ständig gute Laune und das alles wissen wir, weil die Reklame von den Sweeties mit Schoki außenrum und Kokosflocken innendrin und von dem durchsichtigen Getränk aus Zuckerrohr uns genau das seit Jahrzehnten beibringt. Ach, ja: (Wir) alle sind 25 Jahre alt und gesund und braungebrannt und haben einen Waschbrettbauch. Steeldrums und so hatte ich noch vergessen. Und natürlich ist ständig leichter Wind und das Schiff läuft.

Genau so sieht’s aus, das Klischee und das wollen wir auch ganz kräftig. Dann werden wir mal kurz erwachsen und vernünftig und wissen, dass das ja alles dann doch ganz anders ist und so war’s mal wieder nix mit dem Paradies. Gut. Dann wissen wir auch gleich, dass das ständige Paradies vielleicht auch nicht das Wahre ist und dann? Dann waren wir fix mal vernünftig.

Und wisst Ihr was? Es ist mir egal! Ich will in der Karibik einfach nur Urlaub machen. Bisschen Seele baumeln lassen, bisschen segeln, hinfliegen, da sein, zurückfliegen, da gewesen sein.
Ich war noch nie in der Karibik, soll schön da sein und das will ich mir angucken, den kleinen Teil, den ich sehen kann und in dem Wenigen an Zeit, das ich dafür habe.
Ich werde am weißen Strand liegen, die Sonne wird scheinen und das Meer wird klar und blau sein und ich werde darin baden. Auch wenn’s nicht ganz so schick ist wie im Klischee. Ich werde segeln und Spaß haben. Irgendwann wird Lutz zur Gitarre greifen und uns was singen und wenn wir gut sind, singen wir mit. Zum Dank für’s Gitarre spielen greife ich zur Machete und hacke Lutz ’ne Kokosnuss auf, nur für ihn: Danke, Lutz! Falls ich das bis dahin gelernt habe, das mit dem Kokosnuss aufhacken. Sonst lerne ich es eben noch.
Da fällt mir auf, dass ich leider nicht mit Lutz in einer Crew bin. Hm. Einen Fehler musste der Plan haben. Dann beneide ich eben eine andere Crew um die Gitarre und mache trotzdem das Beste aus meinem Urlaub, auch ohne Postkartenidyll. Denn eins ist mal sicher: es wird ein wunderbarer Urlaub, weil wir in die Karibik segeln und in der Karibik segeln. Das haben wir uns so gewünscht und so wird’s. Versprochen. Noch jemand ohne Flugticket?

Bild: Aaron Plewke, some rights reserved (CC BY-NC-ND 2.0)

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 10/55: Besuch der “Foxy’s Tamarind Bar“

Dies ist ein Artikel von Nils, der eine der Bars die von Ansgar im Artikel Die besten Bars der Karibik erwähnt wurden, genauer beschreibt:

Wenn ich in einem Jahr und wenigen Wochen in der Karibik bin, möchte ich die „Foxy’s Tamarind Bar“ besuchen. Diese ist, schenkt man dem Buch „1000 Places to see before you die“ glauben, ein legendärer Seglertreff, der auf der Insel Jost van Dyke an der White Bay liegt.

Jost van Dyke ist gerade einmal 6,5 km lang, 2,4 km breit und hat eine Gesamtfläche von 8km² . Namensgeber dieser Insel ist der niederländischer Kaperer und Pirat Joost van Dyke [Wikipedia: Joost van Dyke]. Nach ihm ist auch die kleine Nachbarinsel „Little Jost“ benannt. Joost war einer der ersten Europäer, die im 17 Jhr die Britisch Virgin Islands besiedelten.

Von dieser kleinen Insel, die gerade einmal 230 Einwohner zählt, kommt William Thronton, der vielen von euch im ersten Moment sicher kein Begriff sein wird – Jedoch sind einige Bauwerke dieses Architekten, Artztes, Erfinders und Malers durchaus bekannt. So wurde am 25. Juli 1793 sein Entwurf für das Kapitol in Washington aus 17 Mitbewerbungen ausgewählt. Für seine Arbeit erhielt er ein Preisgeld, von sage und schreibe 500 US Dollar. Das entspricht WolframAlpha.com zufolge 11700$ heute.

Eine weitere Prominenz der Insel ist ein Freund von William Thornton, der Physiker John Coakley Lettsome. Er wurde 1744 auf Little Jost van Dyke geboren und gründete, nach dem er mit 6 Jahren nach England zog im Jahre 1773 Die „Medical Society of London“. Ein angeblich bekanntes Zitat von ihm ist:

I, John Lettsome,
Blisters, bleeds and sweats’em.
If, after that, they please to die,
I, John Lettsome.

Einst schlug William seinem Freund John vor an der Afrikanischen Westküste eine Kolonie für befreite Sklaven zu errichten. John jedoch riet ihm davon ab und gab zu bedenken, dass das Geld wohl besser angelegt wäre, wenn man von dem Geld Sklaven in Nordamerika befreite. Sie waren also offensichtlich gewillt den Sklaven zu helfen.

Kurz vor Johns Ab leben geschah etwas ironisches. Sein Sohn, ging nach Tortola um Jura zu studieren und heiratete dort eine reiche Witwe. Diese hatte einige 1000 Sklaven von ihrem Großvater, Benzaliel Hodge, geerbt. Leider verstab der Gute einen und seine Frau drei Monate nach der Hochzeit. Diese überließ die Sklaven ihrem Großvater, John Lettsome.

Doch durch eine Laune des Schicksals wurde John Lettsome, der all seine Sklaven befreit hatte, Eigner von eben diesen Sklaven. Leider verstarb er bevor er entscheiden konnte, was mit den Sklaven pasieren sollte. Daraufhin erbte sein Enkel die Sklaven.

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 9/55: Spurensuche – Kolonialzeit und Gaffelrigger

von Eike

In der Karibik mache ich mich auf die Suche nach Zeichen der verrückten Kolonialgeschichte Europas und der Verbindung zum Zweiten Preis der größten norddeutschen Gaffelriggerregatta.

Wie kommen die typisch gelben Flensburger Ziegel nach Santa Cruz, warum heißt dessen Hauptstadt Christiansted, wie kommt es, dass die historische Altstadt vom Nationalparkservice der USA gepflegt wird und was ist die BAAC?
Im Jahr 1411, zwei Jahre nach Beginn der Auseinandersetzungen, gelang es der damaligen dänischen Königin Margarethe I., den Holsteinern große Teile des Herzogtums Schleswig abzunehmen.
Auf dem Weg zu einer der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum wurden die Flensburger von einer Reihe Krankheiten, Großbränden und Sturmfluten heimgesucht. Zwischen 1460 und 1864 galt der Flensburger Hafen, neben Kopenhagen, als der weltweit größte.
Die wichtigsten Handelswaren während der südjütländischen Blütezeit im 16. Jahrhundert waren Hering, Zucker und Waltran.  Nach der, zu Ungunsten der Dänen entschiedenen, Schlacht auf den Düppeler Schanzen (1864), mussten diese unter Anderem das Herzogtum Schleswig an die Preußen abgeben.
Hätten dänische Siedler nicht 192 Jahre zuvor auf der Insel St. Thomas die erste ständige Siedlung errichtet, wäre Flensburg wohl niemals Rumhauptstadt und Sitz der Westindienflotte geworden. St. Thomas ist bis zu dem Zeitpunkt bereits von den Engländern, Franzosen, Spaniern, Holländern und Maltesern besiedelt gewesen. Die Hauptstadt trägt den Namen der zu jener Zeit regierenden Königin Charlotte Amalie. Der Hafen war für Schiffe jeder Flagge offen. Nach dänischem Recht durften Piraten, gleich Kapitäne und Mannschaften, die raubten und mordeten, einen Tag bleiben, während Freibeuter, jene, die „nur“ raubten, bleiben durften, solange sie wollten. Auch Henry Morgan soll zur zweiten Klasse gehört haben, als er von Jamaika aus spanische Schiffe überfiel.
1694 besetzten die Dänen St. Johns und mit dem Erwerb von St. Croix (Santa Cruz) im Jahre 1733 durch die „dänische- Westindien Kompanie“, zählten gegen Mitte des 18 Jahrhunderts die drei größten der Jungferninseln zu Dänemark. Die Kompanie erhielt das Recht, alles aufzukaufen, was produziert wurde. Die heimischen gelben Ziegel dienten sowohl als Schiffsballast wie als Baustoff für die Errichtung von Siedlungen vor Ort.
Die Schönheit der Inselgruppe veranlasste Christoph Columbus 1493 dazu, ihnen den Namen „Las Islas Vίrgenes“ (Die Jungferninseln) zu geben. Er nahm dabei Bezug auf die schöne, heilige Ursula, welche im fünften Jahrhundert gemeinsam mit ihren 1000 Gefährtinnen im Rhein ertränkt worden sein soll.
Mehr als um die Schönheit der Karibikinseln waren die europäischen Kolonialherren darum bemüht, möglichst viel Handel mit den Reichtümern zu betreiben. 1685 schlossen die Dänen mit der Markschaft Brandenburg einen Vertrag ab, in dem die Errichtung eines Postens für den Sklavenhandel auf St. Johns besiegelt wurde. 4 Jahre später wurde die Krabbeninsel von der Brandenburgisch-Africanisch-Americanische Compagnie (BAAC) besetzt, bevor diese den deutschen 1689 von den Dänen wieder abgenommen wurde. Der Dreieckshandel boomte. Afrika lieferte Arbeitskräfte, Dänisch-Westindien stellte die Ware bereit, welche in Europa konsumiert wurde. Bis Mitte des 18 Jahrhunderts verschifften allein die Dänen über 200.000 Sklaven aus westafrikanischen Ländern. 1848 erfolgt der erste Aufstand, der hier ein Ende der Sklaverei einläuten soll. 1917 kauften die USA Santa Cruz und St Johns für 25 Millionen US$, um die Kontrolle über den Panamakanal zu gewinnen ein eventuelles Versteck deutscher U-Boote zu verhindern. Bei dieser Geschichte kaum verwunderlich, dass sich das Wort „Rum“ sehr wahrscheinlich aus dem englischen rumbullion = Aufruhr, Tumult herleiten lässt. Gut nur, dass das Motto des größten norddeutschen Gaffelrigger zur Erinnerung an die Flensburger Rumtradition  heißt: „Lieber heil und Zweiter, als kaputt und breiter“. Das Ziel der Regattateilnehmenden Traditionssegler ist es, den zweiten Platz zu belegen.  Traditionelle Zuckerrohr-verarbeitung in Antigua kann man sich z.B. in „Betty’s home“ anschauen, die größte Zuckerplantage Antiguas, wo die älteste restaurierte und wieder funktionierende Zuckerrohrmühle steht.

Bild 1: Rathaus von Christiansted, St. Croix (Carol’s Worldwide Cruise Port Itineraries)

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 8/55: Longboarden von den Hügeln und Bergen der Karibikinseln

Hier kommt mal wieder eine Sache von mir, die überhaupt nichts mit segeln zu tun hat, sich aber auf Karibikinseln glaube ich sehr anbietet. Wie viele sicher schon mitbekommen haben ist es total modisch im Sommer mit einem Longboard durch die Gegend zu fahren. Mit so einem Board kann man ganz gemütlich die Kiellinie entlang cruisen. Man ist dabei schneller als zu Fuß und anstrengend ist es auch nicht. Was aber wirklich cool ist, ist mit einem Longboard Berge runter zu fahren. Genau dies möchte ich im Sommer üben (natürlich nicht in Kiel) und dann hoffentlich in der Karibik mit schönem Panorama genießen.

Ein kleines Video mit passenden Bildern einer solchen Aktion seht ihr hier. Natürlich fährt dieser Mensch etwas riskanter als ich es vor hatte. Schließlich möchte ich auch die Aussicht genießen.

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 7/55: Videoflug über karibischen Stränden

Von Ole:

Atlantiksegeln bedeutet: Segeln mit den Wellen auf Augenhöhe.

Wie aber sieht der Peter von Danzig vor karibischen Stränden aus der Vogelperspektive aus? Was jede Seemöwe zwischen Hamburg und Hawaii längst weiß, kann dank heutiger Spielzeuge nun auch von uns erlebt werden. Ferngesteuerte Modellflugzeuge (an Bord start- und landefähig, siehe Bild) können mit Videokameras ausgerüstet einen Eindruck vom Segeln aus der Vogelperspektive vermitteln, wie folgendes Probevideo (Kieler Bucht, Oktober 2011) zeigt.

Peter von Danzig – Bilder aus der Luft from Ole Muehlfeld on Vimeo.

Und wie heißt es so passend: “The difference between men and boys is the price of their toys!” Wir sind doch alle Kinder. Daher planen wir ein Bordflugzeug mit Videokamera auf der Reise mitzuführen und bei passender Gelegenheit für Luftaufnahmen aufsteigen zu lassen. Eine spezielle Pilotenschulung wollen einzelne Mitsegler dafür noch absolvieren.

 

Ich bin auf die dabei entstehenden Aufnahmen gespannt: Ob mitten auf dem Atlantik oder im Tiefflug zwischen Ankerliegern. Ich freu mich drauf. Wir werden an dieser Stelle Videos vorstellen.

 

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 6/55: Drehorte der „Fluch der Karibik“ Reihe aufsuchen

von Lutz

In der Geschichte liest man, dass die Karibik immer wieder Ansporn der europäischen Mächte für Krieg und Eroberung war. Nach 1492 wurden die Nationalitäten der Inseln im Takt gewechselt, jeder wollte einen Platz an der Sonne haben. Spanier sicherten sich ihren Anteil am lukrativen Geschäft der Edelmetalle, Holländer handelten mit Zucker, Kakao, Kaffee und Salz von Salinen. Erst im späten 18. Jahrhundert bis Mitte  des 19. Jahrhunderts wird die kostengünstige Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben entdeckt. Bis dahin war Zucker aus Zuckerrohr ein rares Luxusgut, das den Reichen vorbehalten war, die entsprechend dafür zahlten. Der Reichtum der Kolonisten lockte stets  Freibeuter wie Henry Morgan an.

Nicht zuletzt diese Tatsache wird Basis für die Erfolgsreihe „Fluch der Karibik“ von Walt Disney Pictures gewesen sein. Einige Teile des Films wurden zwar in Walt Disney Parks gedreht, der Großteil jedoch stammt von der karibischen Insel St. Vincent: Da will ich hin und ebenfalls die Interceptor kapern. Eigens für den Film wurden dort Gebäude und Stege errichtet. Aber auch die verlassene Insel, auf die der Protagonist Captain Jack Sparrow ausgesetzt wird, lässt sich wiederfinden. In der Realität existiert sie unter dem Namen Petit Tabac und befindet sich in unserem Reisegebiet. Für den Massentourismus ist sie nicht erschlossen, nur durch Segelyachten zu erreichen, so schreibt man sich im Internet. Vielleicht finden wir ja bei unserer Eroberungstour auch die unter dem Sand verborgene Falltür, die in den riesigen Rumkeller der Piraten führt.

Wenn wir dann noch nicht die Hosen vor lauter Piraten voll haben, will ich noch einen Schlag auf die dicht bewachsene Insel Dominica machen. Schon den Briten wurden diese Inseln damals freiwillig überlassen, da dort Kannibalen leben. In dem Film wurde das Thema aufgegriffen und dort die Szenen der Kannibalen gedreht. Aus Sicht der Kannibalen reicht der Tod des Feindes nicht aus, man muss sich auch seine Stärke einverleiben.

Wer also furchtlos gegenüber Piraten, Kannibalen und Seeungeheuern ist, der sticht mit uns in See Richtung Karibik!

(Bildquelle: http://www.caribbean-vacationspots.com)