55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 5/55: Eine Voodoo-Gemeinde besuchen

von Heyka

Voodoo – ist das nicht das mit den Nadeln und den Puppen?

Genau, zumindest ist das, das was man meist aus dem Fernsehen kennt und dann hört es mit dem gesunden Halbwissen mehr oder weniger auch schon wieder auf  – zumindest bei mir.

Kontakt mit Voodoo im eigenen Wohnzimmer hat man zum Beispiel, wenn man sich Roger Moore als James Bond (und ich rede anders als Kay jetzt in der Tat von „007“) in „Live and Let Die“ (1973) anschaut: Hier trachtet ein böser Voodoopriester James Bond mit Hilfe von Schwarzer Magie nach dem Leben. Auch in anderen Filmen kommt Voodoo nicht gut weg und wirkt ziemlich bösartig.

Allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass Hollywood uns wohl irgendwie nicht die ganze Geschichte erzählt haben könnte: Auf Haiti zum Beispiel ist Voodoo seit 2003 offizielle Religion – viele Menschen gehören hier dem Voodoo an und sind zugleich katholisch. Voodoopriester, Geister- und Ahnenglaube, Zeremonien mit Tanz und Trommelrhythmen  und das Opfern von Rum und Genussmitteln gehören dort wohl mit zum „ganz normalen“ Leben. Wenn man ein bisschen darüber liest, wirkt das ganze bunt und lebendig und hat wenig mit dem fiesen Priester aus James Bond zu tun.

Da Voodoo auch in einigen Karibikstaaten praktiziert wird, finden wir ja vielleicht auch eine Gemeinde, bei der wir zu Besuch vorbei kommen dürfen und uns das ganze mal angucken können.

Ganz unvorbereitet sollten wir uns dann aber doch nicht auf den Weg machen… Ich war einmal in  einer Voodoo-Ausstellung im Weltkulturmuseum in  Schweden – dort gab es Exponate, die so mächtig  waren, dass Voodoo-Ungläubige sie nicht ganz sehen duften. Deshalb waren sie in Glaskästen ausgestellt, die mit Milchglas gestreift waren.

Ich habe mir deshalb überlegt, dass wir uns Schutzbrillen besorgen sollten:

Mit Exemplaren wie diesen sollten wir einen ähnlichen Effekt erreichen können, und falls nicht, trägt es vermutlich wenigstens zur allgemeinen Erheiterung bei. Und Erheiterung und (Horizont-)Erweiterung gehört ja zu den Dingen, die auf Peterreisen unbedingt dazugehören sollten.

Wer jetzt schon neugierig ist: Das Überseemuseum in Bremen zeigt bis zum 19. April 2012 eine Ausstellung zum Thema: Vodou – Kunst und Kult aus Haiti.

(Bildquelle: http://www.maedchen.de/imgs/2946805_523c609e52.jpg)

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 4/55: Der deutschen „Weihnachtszeit“ entfliehen

Als erstes muss ich natürlich betonen, dass ich Weihnachten toll finde und es gerne mag, zu schenken und beschenkt zu werden.
In diesem Text soll es vor allem um das ganze Getöse um das „Fest der Liebe“ gehen, das mich in manchen Situationen zur Weißglut bringt und das ich gerne einfach mal komplett verpassen will.
Ich fange einfach mal mit Weihnachtsplätzchen an. Ständig quatschen einen im Dezember Leute an und fragen, ob man mit ihnen Plätzchen backen will. Ein Plätzchen mal ist ja ganz nett, aber was bitte tut man als normaler Mann mit fünf Blechen gleichartiger Plätzchen? Man geht ja auch nicht mitten im Jahr in einen Supermarkt und kauft mal eben 10 Rollen Doppelkekse. Was man erst Recht nicht tut: Im Supermarkt jeweils 10 Rollen von 15 verschiedenen Keksen zu kaufen. Aber in der Weihnachtszeit finden das auf einmal alle ziemlich toll. Ich hoffe, dass der Ofen auf dem Peter solche Kapazitäten einfach nicht bewältigen kann.
Auch großartig finde ich den Weihnachtsmarkt. Es ist völlig sinnfrei, sich in die Kälte zu stellen und für 3,50€ pro Tasse Glühwein zu kaufen, der sonst 1€ pro Liter kostet, sich ständig von betrunkenen Leuten anrempeln zu lassen und, wenn man Hunger hat, 3,50€ für ´ne Bratwurst zu zahlen. Am Schluss geht man arm, nüchtern, vollgekleckert, durchgefrohren und hungrig nach Hause und wird am nächsten Morgen zusätzlich mit höllischen Kopfschmerzen belohnt. Da kommt bei mir richtig Weihnachtsstimmung auf!

Eine weitere großartige Aktivität zur Weihnachtszeit ist es, seine normalen Einkäufe zu erledigen. Vor allem, wenn man es ein bisschen eilig hat, ist die Freude groß, sich zum Beispiel in Kiels großartiger „Shopping-Mall“ an Horden von langsamen, in weihnachtlicher Vorfreude schwelgenden, nach Geschenken suchenden Passanten zwängen zu dürfen, um von einem Laden zum anderen zu gelangen. Eine Sache sollte man hier besonders vermeiden: Am Weihnachtsmarkt vorbei gehen zu müssen!
Zu guter Letzt sind da noch die Verwandten. Dazu muss ich nichts mehr sagen. Ich habe es nur kurz erwähnt, um bei denen, die an unangenehmen Verwandten leiden und mit diesen zur Weihnachtszeit konfrontiert werden, einen vorweihnachtlichen kalten Schauder auszulösen.

Kommen wir nun also dazu, wie mein Weihnachten nächstes Jahr hoffentlich aussehen wird. Ganz einfach. Ich kümmere mich recht frühzeitig um Geschenke, damit alle glücklich sind und dann tu ich einfach das, was ich hoffentlich vorher und nachher auch tu. In der Karibik segeln und das genießen. Statt Glühwein mit Schuss, Schuss ohne Glühwein trinken und einfach gut drauf sein. Keine Plätzchen, keine Schoppingwut und kein Weihnachtsmarkt. Ob das geklappt hat, wie geplant, werdet ihr in einem Jahr und einigen Tagen erfahren. In diesem Sinne, frohe Weihnachten.

P.S. Ich habe natürlich in einigen Punkten um der Unterhaltung willen etwas übertrieben.

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 3/55: James Bond lesen

von Kay Bonow

Wenn wir dann mal an Land statt auf See sind, werde ich mich unter eine Palme setzen und James Bond lesen. Ah, sagt Ihr, ganz Fan und informiert: „Feuerball“ auf den Bahamas, „Leben und Sterben lassen“ auf Jamaica und „James Bond jagt Dr. No“ auf Crab Key.

Nee, Leute, ich will James Bond lesen, nicht Ian Fleming. Man soll ja unterwegs tun, was man zuhause nicht kann. Also: James Bond war erstmal Ornitholge und arbeitete nicht im Geheimdienst ihrer Majestät sondern für die Naturwissenschaftliche Akademie der Stadt Philadelphia in den USA. 1936 hat er das Standardwerk über die Vogelwelt der Karibik veröffentlicht, „Birds of the West Indies“ und das Buch gibt’s heute noch, nach zig Auflagen. Genau das werde ich mir zu Weihnachten 2012 schenken lassen und mich später damit unter eine Palme setzen. Während Ihr zuhause der Tannenmeise an ihrem Knödel am Fichtenast beim frieren zuguckt, werde ich versuchen, bei meiner Palme einen Glattschnabelani zu finden.

Häh? Genau! Klingt exotisch, ist aber in halb Lateinamerika, der Karibik und bis nach Florida weit verbreitet. Ich habe nämlich eigentlich gar keine Ahnung von Ornithologie, also fange ich mal einfach an. Foto liegt bei und ich darf’s verwenden, wenn ich den Autoren nenne (Dario Sanches aus Sao Paulo) und unter welchen Bedingungen das weiterverwendet werden darf, steht genau in der deutschen Wikipedia beim Foto vom Glattschnabelani. Flup. So einfach ist Internet.

Eigenes Foto nach der Reise, damit darf ich dann machen, was ich will. Und wie ich so unter meiner Palme sitze, entdecke ich dann vielleicht auch auch noch den einen oder anderen Vogel mehr. Welchen, weiß ich nicht, ich hab’ ja weder das Buch noch die Palme und in der Karibik bin ich auch nicht. Noch nicht.

Abschließend wäre dann noch anzumerken, dass Ian Fleming den Namen für 007 beim
Ornithologen abgekupfert hat. Leider hat sich der Agent auf keiner der Inseln herumgetrieben, die wir mit dem Peter besuchen werden – Spionagethriller entfallen also.
Nachdem das nun geklärt ist, setze ich mich lieber doch ein paar Meter neben die Palme, damit mir beim Lesen keine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Angeblich fordert das mehr Todesopfer als der Karibische Riffhai. Aber das ist beides eine andere Geschichte.

55 tolle Sachen möcht’ ich in der Karibik machen! Folge 2/55: Maho Beach auf Sint Maarten besuchen

Maho Beach? Und? Was kann dieser Strand, was nicht alle anderen Karibikstrände auch können?

Nun, diese Bilder dürften es etwas verdeutlichen:

Beim abgebildeten Strand handelt es sich um besagten Maho Beach auf dem niederländischen Teil von Sint Maarten, in unmittelbarer Nähe zum Princess Juliana International Airport. Ankommende Flugzeuge überfliegen die Schaulustigen hier in einer Höhe von teilweise nur 10 bis 20 Metern, was den Flughafen auch zu einem beliebten Ziel für „Planespotter“ macht.

Da die Start- und Landebahn eine Länge von nur 2180m hat (zum Vergleich: Hamburg Airport bis zu 3666m, John F. Kennedy International Airport bis zu 4442m) läuft auch der Start etwas anders ab. Aufgrund der Windverhältnisse wird meist in Richtung Osten gestartet, wo die Jets zügig an Höhe gewinnen müssen, um die Hügelkette in der Mitte der Insel sicher überfliegen zu können. Schon im Stand werden daher die Triebwerke auf nahezu volle Leistung gebracht, die Abgase wirbeln dann am Strand Sand und kleine Steine auf, was den Aufenthalt dort wenig ratsam erscheinen lässt. Darauf weist auch das abgebildete Warnschild (Bild: Jj04 at en.wikipedia, CC-BY-SA) hin.

Harmloser und überdies sehenswerter scheint der Aufenthalt dort während der Landung ankommender Flugzeuge zu sein, wie ein Video auf YouTube beweist:

Trotz der schwierigen Bedingungen ist es auf dem kleinen Flughafen in den fast 70 Jahren seines Bestehens bisher lediglich zu zwei Unglücksfällen gekommen, die sich dicht hintereinander in den Jahren 1970 und 1972 ereigneten. Im ersten Fall stürzte eine mit 57 Menschen besetzte DC-8 wegen Treibstoffmangel in den Ozean, nachdem sie den Landeanflug aufgrund des schlechten Wetters mehrfach wiederholen musste. 22 Menschen starben. 1972 kamen beim Absturz einer Twin Otter alle 11 Insassen ums Leben.

Mittlerweile werden am Princess Juliana International Airport jährlich 1,6 Millionen Passagiere abgefertigt (Stand 2007), angeflogen wird er neben den großen Fluggesellschaften KLM, Air France und US Airways auch von vielen regionalen Gesellschaften sowie Charter- und Frachtmaschinen. Täglich ergeben sich so insgesamt rund 200 Starts und Landungen.

Auf unserer Reiseroute liegt Sint Maarten (hier findet auch die St. Maarten Heineken Regatta statt) als Wechselort zwischen der 10. und 11. Etappe, so dass sich für alle Teilnehmer dieser Etappen die Chance bietet, die Landung eines Passagierjets aus nächster Nähe zu erleben. Das gibt es wohl an kaum einem anderen Ort auf der Welt!

Genehmigungen der Rechteinhaber zur Verwendung der Bilder liegen vor.

55 tolle Sachen möcht‘ ich in der Karibik machen! Folge 1/55: Besteigung des Mont Pelé

In genau 55 Wochen sollten wir mit dem Peter in der Karibik landen. Damit uns allen in der Zwischenzeit nicht so langweilig wird und die Vorfreude gesteigert wird, werden wir ab heute jeden Freitag über Dinge berichten, die wir in der Karibik unbedingt erleben wollen und die in Deutschland nicht so ohne weiteres möglich sind. Das Motto dazu lautet: 55 tolle Sachen möcht‘ ich in der Karibik machen!

Ich werde einfach mal mit der Besteigung des Mont Pelé anfangen.
Beim Mont Pelé handelt es sich um einen 1.397 Meter hohen Vulkan auf Martinique. Ich bin zwar schon in meiner aktiven Zeit im Alpenverein auf deutlich höhere Berge gestiegen und auf einem Vulkan war ich auch schon mal – es handelte sich um den übel riechenden Solfatara in der Nähe von Neapel der gar kein richtiger Berg ist, sondern nur ein Krater im Stadtgebiet von Puzzuoli – aber ein richtiger Vulkan mit einer spannenden Geschichte fehlt noch auf meiner Liste. Genau diese werde ich mal eben zusammenfassen.
Vier große Eruptionen dieses Berges sind dokumentiert. Die erste, 1792, war relativ klein und hat bis auf ein paar Vögel und Opossums keine Opfer gefordert. Die zweite, 1851-52, war auch nicht spektakulär, führte jedoch dazu, dass sich die Einwohner der am Fuße des Vulkans gelegenen Stadt St. Pierre in falscher Sicherheit wogen, was dazu führen sollte, dass der Ausbruch im Jahr 1902 zu einer Katastrophe wurde. Obwohl kleinere Eruptionen schon eine Aktivität des Vulkans ankündigten wurde St. Pierre nicht evakuiert. Diese Entscheidung war fatal und kostete, da die Stadt durch eine Glutwolke komplett zerstört wurde, am 8. Mai 28.000 bis 40.000 Menschen das Leben. An dieser Stelle ist anzumerken, dass im Wikipedia-Artikel, den ich unter Anderem als Quelle für diesen Bericht verwendet habe, ein auffallendes Augenmerk auf die Zerstörung von Rumdestillerien und Rumfässern gelegt wird – scheint wohl einiges an Brisanz in diesem Teil der Welt zu haben. Immerhin gibt es Geschichten über drei Einwohner St. Pierres, die durch Zufall die Katastrophe überlebt haben. Seit den letzten (auch nicht besonders spektakulären) Eruptionen in den Jahren 1929 bis 1932 gilt der Vulkan als inaktiv. Dies ist natürlich für meinen Plan, den Berg zu besteigen, von Vorteil. Ich kann mir zumindest relativ sicher sein, dass er in einem Jahr noch da ist.
Wie auf der Internetseite www.mount-pelee.com relativ leicht rauszufinden ist, werden vom „Bureau de la Randonnée“ in St. Pierre Touren auf den Berg und durch den umliegenden Urwald angeboten. Die Preise dafür sind mit 24€ für einen halben und 31€ für einen ganzen Tag auch für einen Studenten bezahlbar.
Ich hoffe, ich kann in knapp einem Jahr mit persönlichen Eindrücken und selbst gemachten Bildern weitere Informationen über diesen Vulkan liefern.

 

Was möchtet ihr in der Karibik tun? Schreibt eure Vorschläge für Artikel in die Kommentare oder setzt euch unter der bekannten Mail-Adresse mit uns in Verbindung, wenn ihr selbst einen Artikel in dieser Rubrik veröffentlichen möchtet – wir freuen uns auf eure Ideen!