FAQ

Es gibt Fragen, die bei Gästen, Interessenten und neuen Mitgliedern immer wieder auftauchen - mit diesen FAQ möchten wir einige davon vorab beantworten.


  1. Wie gut sollte ich bereits segeln können?
  2. Was kostet das Mitsegeln?
  3. Wie ist das mit den Arbeitsstunden?
  4. Was passiert im ASV im Winter?
  5. Kann ich im ASV seglen lernen?
  6. Segelt der ASV auch Regatten?
  7. Wer kann Mitglied im ASV werden?
  8. Kann ich einfach in den ASV eintreten?
  9. Ist der ASV in Kiel eine Studentenverbindung?
  10. Warum heißt das Flaggschiff des ASV in Kiel "Peter von Danzig"?
  11. Warum heißt es der Peter von Danzig?
  12. Wenn es einen ASV in Kiel gibt, in welchen Städten gibt es dann noch andere?

Q: Wie gut sollte ich bereits segeln können?

A: Segelkenntnisse setzen wir nicht voraus. Ein gesteigertes Interesse an Booten, Wasser, Wind, nassen Klamotten und wenig Privatsphäre sollte aber schon vorhanden sein. Eines der Ziele unseres Vereines ist die Segelausbildung von Studierenden. Auch wer noch nie auf einem Boot war, ist bei uns willkommen. Es gibt zahlreiche Aktive oder ADAH, die erst im ASV segeln gelernt haben und heute Wachführer oder Schiffer sind. Natürlich ist auch willkommen, wer bereits Segel- und Regatta-Erfahrung hat; der Weg zur Erlangung von Bootspatenten ist dadurch erfahrungsgemäß etwas einfacher. Von Anfang an kann man auf allen Booten mitsegeln. Wie bei jeder Reise im ASV wird eine — noch mehr oder minder leere — Crewliste ausgehängt, und jeder, der mitsegeln möchte, kann sich darauf eintragen, egal ob Gast, Aktiver oder ADAH. Sollten einmal mehr Interessenten als verfügbare Kojen vorhanden sein, wird gelost oder nach Arbeitseinsatz oder Engagement ausgewählt. Gäste müssen aber nicht enttäuscht sein, sollten sie einmal nicht euf eine Reise mitkommen; es werden so viele Reisen im ASV gesegelt, daß jeder Gast die Chance hat dabei zu sein!

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Q: Was kostet das Mitsegeln?

A: Geld! Aber nicht mehr als ein Studentengeldbeutel ertragen kann. Gäste segeln im ASV i. K. grundsätzlich kostenlos. Lediglich für die Teilnahme an mehrtägigen Seereisen wird eine Gästegebühr in Höhe von € 10,– pro Tag erhoben, die im Falle einer Aufnahme mit dem Mitgliedsbeitrag verrechnet wird. Es soll Aktive geben, die durch eine Reise als Gast jahrelang keinen Beitrag bezahlen mußten. Das ist aber eher die Ausnahme, denn normalerweise stehen vor der ersten großen Reise nicht nur die Aufnahme, sondern auch der ein oder andere Wochenendtörn durch die Dänische Südsee an. Mitglieder und Gäste zahlen bei längeren Seereisen im übrigen einen Tagessatz in Höhe ca. € 10 – 15,–, von dem im wesentlichen Verpflegung, aber auch Seekarten, Gas, Diesel und anfallende Hafengelder bezahlt werden. Aber vor das Vergnügen (Segeln) hat der liebe Gott (Takelmeister) den Schweiß (Arbeitsdienst) gesetzt...

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Q: Wie ist das mit den Arbeitsstunden?

A: Es gibt bei uns keine „Arbeitsstunden“. Jeder Aktive muß im Laufe seiner Aktivenzeit 4 Arbeitssemester und 4 Indienst- und Außerdienststellungen ableisten. Das bedeutet, daß man regelmäßig im Winter samstags und im Sommer donnerstags zum Arbeitsdienst kommt, an den Booten rumschraubt und poliert, nebenbei schnackt und Kaffe oder Glühwein trinkt und so dem Takelmeister zeigt, daß man fleißig dabei ist. Gleiches gilt für die Indienst- und Außerdienststellungen der Boote. Am Ende eines Semesters entscheidet dann der Takelmeister, ob er dafür ein oder ein halbes Arbeitssemester anrechnet. Da die Regelstudienzeiten sich heute so bei ca. 10 Semester befinden ist es überhaupt kein Problem seinen Arbeitsdienst zu erfüllen.

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Q: Was passiert im ASV im Winter?

A: Die Schiffen stehen, wie im Nordland nun mal üblich, aufgebockt an Land — es sei denn, sie segeln in der Karibik, was von Zeit zu Zeit vorkommt. Regen trommelt auf's Dach, und die ASVer rücken am warmen Ofen näher zusammen. Dort hören sie laute und wilde Musik, trinken unmäßig und schmieden Pläne für die neue Saison. Höhepunkt ist die Weihnachtskneipe, wo die Musik noch lauter, die Getränke noch hochprozentiger und die Pläne noch gefährlicher sind. Erholen kann man sich beim Arbeitsdienst, der im Winter Sonnabends ab 10:00 Uhr stattfindet. Meistens gibt es aber Glühwein. Im Anschluss wird gemeinsam ausgelöffelt, was einer der Altaktiven gekocht hat, und manchmal gibt es noch eine kleine Fortbildungsveranstaltung. Manchmal auch nicht, dann sitzen wir nur so da.

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Q: Kann ich im ASV segeln lernen?

A: Dies ist nicht der einzige, aber sicher mit der wichtigste Zweck des Vereins. Allerdings spielt sich Segelunterricht im ASV etwas anders ab; wir sind schließlich keine kommerzielle Segelschule. Ansprechpartner für alle Fragen zu diesem Thema ist der Ausbildungswart. Das Wichtigste in Kürze: Im Winter findet in Kursform theoretischer Unterricht für den Sportküstenschiffer-Schein (SKS) bzw. BR-Schein statt, den segelerfahrene Mitglieder des Vereins gestalten. Die theoretische Prüfung erfolgt im Frühjahr durch den Deutschen Segler-Verband (DSV) an verschiedenen Orten, meist in Schilksee. Der Prüfungstermin wird von den Teilnehmenden selbst ausgewählt; er ist nicht vom Verein vorgegeben. Die Teilnehmer suchen sich meist zur intensiven Prüfungsvorbereitung noch einmal Hilfe im Verein und/oder treffen sich in Kleingruppen. Organisierte praktische Segelausbildung gibt es im ASV nicht — im Rahmen von Tagestouren, bei großen und kleinen Seereisen bietet sich genug Gelegenheit dazu. Darüber hinaus bietet der Verein im Sommersemester je nach Bedarf Ausbildungswochenenden und eine Seenotrettungsübung an.

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Q: Segelt der ASV auch Regatten?

A: Selbstverständlich — Dabeisein ist alles! Mit dem Peter von Danzig nehmen wir an Hochseeregatten (Blueribbon-Cup, Nordseewoche, Cowes Week) teil, die auch gerne mal ganz um die Welt gehen dürfen (Whitbread 1973/74, Hongkong Challenge 1996/97). Das Schiff ist als Cruiser-Racer, also als schnelles Fahrtenschiff, konzipiert. Es verfügt allerdings über exzellente Schwerwettereigenschaften, so daß ab 8 Bft. die eine oder andere Überraschung möglich ist. Mit der Springburn und der Ellide segeln wir Mittwochsregatten auf der Kieler Förde und ähnliche Veranstaltungen; die Chancen hierbei korrelieren ungefähr mit dem Ehrgeiz der Crew. Mit den vorhandenen Ein- und Zweimannjollen ist eine Regattateilnahme zwar denkbar, dann sollte aber lediglich Ankommen das Ziel sein. Trotzdem ist unser Fahrtenpirat Bärbel von Süderbrarup schon einmal bei der Kieler Woche gesichtet worden... Nicht zu vergessen ist die gemeinsam mit der Kieler Yacht-Schule (KYS) jedes Jahr Mitte Dezember ausgerichtete Punschregatta, die zwar höchste Anforderungen an die Konstitution der teilnehmenden Crews stellt, aber nicht nur als rein sportliche, sondern auch als gesellschaftliche Veranstaltung betrachtet werden sollte.

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Q: Wer kann Mitglied im ASV werden?

A: Die ordentliche Mitgliedschaft im ASV steht nach der Satzung jedem offen, der an einer der Kieler Hochschulen oder Fachhochschulen als Student oder Studentin eingeschrieben ist, sprich: Studi sein hilft. Ganz so eng sehen wir es aber nicht, denn auch jeder andere, der sich für den Verein interessiert und noch halbwegs ins Altersraster paßt, kann als sogenanntes „außerordentliches Mitglied“ mit uns aktiv werden und segeln. Bei uns tummeln sich also neben den Studierenden ebenso Auszubildende und junge Berufstätige. Ein Einstiegsalter von (gerne deutlich) unter dreißig Jahren ist aber erwünscht. Außerdem sollte man — auch als Berufstätige/r — auf jeden Fall ein wenig Zeit erübrigen können.

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Q: Kann ich einfach in den ASV eintreten?

A: Jein. Wer wirklich mit uns segeln will, kann selbstverständlich Mitglied im ASV werden, allerdings nicht sofort. Da uns die Hochseesegelei über längere Zeiträume auf engstem Raum zusammenführt, gönnen wir uns eine gegenseitige Schnupperphase: Einige Wochen lang kann jeder Neuling den Verein und auf kurzen Ostsee-Trips auch die Segelei kennenlernen. Hat's gefallen und kommt man mit dem Seegang und den Leuten zurecht, wird anschließend der Aufnahmeantrag gestellt. Das erspart Euch und uns manche Frustration und den genervten Ausstieg auf der dritten finnischen Insel links.

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Q: Ist der ASV eine Studentenverbindung?

A: Nein, und er ist es nie gewesen. Gegründet wurde der Verein zu Beginn des letzten Jahrhunderts von sicherlich traditionsfesten Studenten und Professoren. Die hätten den ASV auch gerne als Verbindung ins Leben gerufen, wäre nicht die Doppelmitgliedschaft in Verbindungen verpönt gewesen — und damals war halt jeder irgendwo Verbindungsmitglied. Und so wurde der ASV ein ganz gewöhnlicher Verein, der spätestens in den Nachwehen der 68er diese Organisationsfreiheit nutzte und übriggebliebene Verbindungsriten abstreifte: Auch Studentinnen können seitdem Mitglied werden, in die Hausbar wurden nicht alkoholischen Getränke aufgenommen und die üblichen Rituale des Männlichkeitswahns wurden bis auf ein zweimaliges knallhartes Pflichtgrillen gestrichen. Wer aber dabei seine Wurst schwarz werden läßt, ist geliefert. Das ein oder andere ist aber geblieben, weil es sich im Segeldauerbetrieb bewährt hat oder gar unverzichtbar ist. Das gilt vor allem für das Lebensbundprinzip, das den ASV ausmacht und zusammenhält: Wer jung (aktiv) ist, darf segeln — und zwar unabhängig von seinen Vorkenntnissen oder finanziellen Möglichkeiten. Und wer etwas älter ist, muß das Ganze finanzieren. Segeln darf man dann immer noch, aber nur soweit die gesammelte Lebens- und Segelerfahrung gefragt ist und Plätze für Mitsegler frei bleiben. Die überaus kapitalintensive Segelei wäre ohne dieses Arrangement nicht denkbar, zudem ist der Austausch mit unseren älteren Damen und Herren durchaus belebend. Unsere aktiven Mitglieder erledigen im Gegenzug die praktischen Arbeiten vor Ort; wer im Sommer segeln will, soll im Winter ruhig mal einen Schraubenzieher oder einen Pinsel in die Hand nehmen. Den meisten von uns macht das sogar Spaß. Die anderen machen Glühwein. [Nach dem 2. Weltkrieg wurde der ASV i. K. von Mitgliedern der ASVs zu/in Danzig, Rostock und Kiel wiedergegründet. Im Gegensatz zum Kieler waren der Danziger und der Rostocker ASV Corporationen.]

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Q: Warum heißt das Flaggschiff des ASV in Kiel "Peter von Danzig"?

A: Das erste ASV-Schiff dieses Namens gehörte dem ASV zu Danzig. Der Peter von Danzig wurde 1936 für die Teilnahme an der Zubringer-Regatta zu den Olympischen Spielen (New York – Cuxhaven) gebaut und konnte über den Krieg nach Kiel gerettet werden. Dort wurde er zum Sammelpunkt der verbliebenen Mitglieder der Danziger, Rostocker und Kieler ASVer, die um dieses Schiff herum 1952 den Kieler „Nachkriegs-ASV“ in der heutigen Form gründeten — und bereits 1948 wieder segelten. 1955 erfolgte auf dem Stahlschiff eine Umrundung Islands, die mit dem Schlimbach-Preis — der höchsten Auszeichnung im deutschen Hochseesegeln — prämiert wurde. Bis zur Anschaffung des Neubaus im Jahr 1991 segelten Hunderte von ASVern auf dem Schiff insgesamt 13 Mal über den Atlantik und einmal um die Welt. Der Schlimbach-Preis wurde noch zweimal gewonnen. Damit war eigentlich klar, welchen Namen der Nachfolger tragen sollte. Schon im Mittelalter gab es einen Peter von Danzig (1462 – 1475). Das ursprünglich französische Schiff (Pierre de la Rochelle) wurde von der Stadt Danzig unter rechtlich nicht ganz einwandfreien Umständen beschlagnahmt und fuhr unter seinem Kapitän Paul Beneke mehrere erfolgreiche Kaperreisen in der Biskaya. Inzwischen sind wir friedlicher geworden...

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Q: Warum heißt es der Peter von Danzig?

A: Allen Überlegungen vorangestellt sei das (er)schlagende Argument: Wie klingt denn bitte „die Peter“? Für die wissenschaftlich Interessierten hier noch einige weitere Begründungsansätze, die wir dann am ASV-Tresen näher erörtern können: Daß Schiffe grundsätzlich weiblich seien, ist eine spinnerte Idee von Wilhelm II., die ihren Gültigkeitsanspruch aus dem monarchistischen Regime bezog. Wir fühlen uns nicht mehr daran gebunden. Im übrigen hieß es schon im Jahre 1462 der Peter von Danzig. Auch die Flaggschiffe anderer ASVs, wie z. B. das Walross IV des Berliner ASV, folgen in ihrem Genus dem namensgebenden Substantiv; sie sind nicht prinzipiell weiblich. Wenn Sprachwissenschaftler dies alles erschöpfend erklären möchten — gerne! Wir gehen lieber segeln.

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Q: Wenn es einen ASV in Kiel gibt, in welchen Städten gibt es noch andere?

A: Von Süden nach Norden: München, Stuttgart, Aachen, Düsseldorf, Hannover, Berlin, Hamburg, Lübeck, Rostock, Greifswald. Die in diesen Städten ansässigen ASVs sind im Verband der Akademischen Segler-Vereine (VASV) organisiert. Als ersten gab es 1886 den Berliner ASV, der sich darum schlicht ASV (ohne Zusatz) nennen darf, und 1888 den Deutschen Segler-Verband mitbegründete. Alle im VASV organisierten Vereine verfolgen die gleichen Ziele, sind in ihrer Struktur aber nicht notwendigerweise identisch: Es gibt Familiensegelvereine mit angeschlossener Studentengruppe, segelnde Verbindungen und schließlich die im Stile studentischer Vereinigungen organisierten ASVs wie den in Kiel. Die Übergänge sind fließend. Außerhalb des VASV existieren fast an jeder Universität studentische Seglevereine, zu denen wir teilweise sehr rege Kontakte haben (ASC an der TU Hamburg-Harburg).

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