{"id":426,"date":"2012-01-27T00:01:10","date_gmt":"2012-01-26T23:01:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/?p=426"},"modified":"2012-02-06T13:12:16","modified_gmt":"2012-02-06T12:12:16","slug":"55-tolle-sachen-mocht-ich-in-der-karibik-machen-folge-955-spurensuche-kolonialzeit-und-gaffelrigger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/?p=426","title":{"rendered":"55 tolle Sachen m\u00f6cht\u2019 ich in der Karibik machen! Folge 9\/55: Spurensuche &#8211; Kolonialzeit und Gaffelrigger"},"content":{"rendered":"<p><em>von <strong>Eike<\/strong><\/em><\/p>\n<h2>In der Karibik mache ich mich auf die Suche nach Zeichen der verr\u00fcckten Kolonialgeschichte Europas und der Verbindung zum Zweiten Preis der gr\u00f6\u00dften norddeutschen Gaffelriggerregatta.<\/h2>\n<p>Wie kommen die typisch gelben Flensburger Ziegel nach Santa Cruz, warum hei\u00dft dessen Hauptstadt Christiansted, wie kommt es, dass die historische Altstadt vom Nationalparkservice der USA gepflegt wird und was ist die BAAC?<br \/>\nIm Jahr 1411, zwei Jahre nach Beginn der Auseinandersetzungen, gelang es der damaligen d\u00e4nischen K\u00f6nigin Margarethe I., den Holsteinern gro\u00dfe Teile des Herzogtums Schleswig abzunehmen.<br \/>\nAuf dem Weg zu einer der bedeutendsten Handelsst\u00e4dte im skandinavischen Raum wurden die Flensburger von einer Reihe Krankheiten, Gro\u00dfbr\u00e4nden und Sturmfluten heimgesucht. Zwischen 1460 und 1864 galt der Flensburger Hafen, neben Kopenhagen, als der weltweit gr\u00f6\u00dfte.<br \/>\nDie wichtigsten Handelswaren w\u00e4hrend der s\u00fcdj\u00fctl\u00e4ndischen Bl\u00fctezeit im 16. Jahrhundert waren Hering, Zucker und Waltran.\u00a0 Nach der, zu Ungunsten der D\u00e4nen entschiedenen, Schlacht auf den D\u00fcppeler Schanzen (1864), mussten diese unter Anderem das Herzogtum Schleswig an die Preu\u00dfen abgeben.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/christiansted.jpg\" rel=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-429\" title=\"christiansted\" src=\"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/christiansted-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" \/><\/a>H\u00e4tten d\u00e4nische Siedler nicht 192 Jahre zuvor auf der Insel St. Thomas die erste st\u00e4ndige Siedlung errichtet, w\u00e4re Flensburg wohl niemals Rumhauptstadt und Sitz der Westindienflotte geworden. St. Thomas ist bis zu dem Zeitpunkt bereits von den Engl\u00e4ndern, Franzosen, Spaniern, Holl\u00e4ndern und Maltesern besiedelt gewesen. Die Hauptstadt tr\u00e4gt den Namen der zu jener Zeit regierenden K\u00f6nigin Charlotte Amalie. Der Hafen war f\u00fcr Schiffe jeder Flagge offen. Nach d\u00e4nischem Recht durften Piraten, gleich Kapit\u00e4ne und Mannschaften, die raubten und mordeten, einen Tag bleiben, w\u00e4hrend Freibeuter, jene, die \u201enur\u201c raubten, bleiben durften, solange sie wollten. Auch Henry Morgan soll zur zweiten Klasse geh\u00f6rt haben, als er von Jamaika aus spanische Schiffe \u00fcberfiel.<br \/>\n1694 besetzten die D\u00e4nen St. Johns und mit dem Erwerb von St. Croix (Santa Cruz) im Jahre 1733 durch die \u201ed\u00e4nische- Westindien Kompanie\u201c, z\u00e4hlten gegen Mitte des 18 Jahrhunderts die drei gr\u00f6\u00dften der Jungferninseln zu D\u00e4nemark. Die Kompanie erhielt das Recht, alles aufzukaufen, was produziert wurde. Die heimischen gelben Ziegel dienten sowohl als Schiffsballast wie als Baustoff f\u00fcr die Errichtung von Siedlungen vor Ort.<br \/>\nDie Sch\u00f6nheit der Inselgruppe veranlasste Christoph Columbus 1493 dazu, ihnen den Namen \u201eLas Islas V\u03afrgenes\u201c (Die Jungferninseln) zu geben. Er nahm dabei Bezug auf die sch\u00f6ne, heilige Ursula, welche im f\u00fcnften Jahrhundert gemeinsam mit ihren 1000 Gef\u00e4hrtinnen im Rhein ertr\u00e4nkt worden sein soll.<br \/>\nMehr als um die Sch\u00f6nheit der Karibikinseln waren die europ\u00e4ischen Kolonialherren darum bem\u00fcht, m\u00f6glichst viel Handel mit den Reicht\u00fcmern zu betreiben. 1685 schlossen die D\u00e4nen mit der Markschaft Brandenburg einen Vertrag ab, in dem die Errichtung eines Postens f\u00fcr den Sklavenhandel auf St. Johns besiegelt wurde. 4 Jahre sp\u00e4ter wurde die Krabbeninsel von der Brandenburgisch-Africanisch-Americanische Compagnie (BAAC) besetzt, bevor diese den deutschen 1689 von den D\u00e4nen wieder abgenommen wurde. Der Dreieckshandel boomte. Afrika lieferte Arbeitskr\u00e4fte, D\u00e4nisch-Westindien stellte die Ware bereit, welche in Europa konsumiert wurde. Bis Mitte des 18 Jahrhunderts verschifften allein die D\u00e4nen \u00fcber 200.000 Sklaven aus westafrikanischen L\u00e4ndern. 1848 erfolgt der erste Aufstand, der hier ein Ende der Sklaverei einl\u00e4uten soll. 1917 kauften die USA Santa Cruz und St Johns f\u00fcr 25 Millionen US$, um die Kontrolle \u00fcber den Panamakanal zu gewinnen ein eventuelles Versteck deutscher U-Boote zu verhindern. Bei dieser Geschichte kaum verwunderlich, dass sich das Wort \u201eRum\u201c sehr wahrscheinlich aus dem englischen rumbullion = Aufruhr, Tumult herleiten l\u00e4sst. Gut nur, dass das Motto <a href=\"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/muehle.jpg\" rel=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-430\" title=\"muehle\" src=\"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/muehle-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"200\" \/><\/a>des gr\u00f6\u00dften norddeutschen Gaffelrigger zur Erinnerung an die Flensburger Rumtradition\u00a0 hei\u00dft: \u201eLieber heil und Zweiter, als kaputt und breiter\u201c. Das Ziel der Regattateilnehmenden Traditionssegler ist es, den zweiten Platz zu belegen.\u00a0 Traditionelle Zuckerrohr-verarbeitung in Antigua kann man sich z.B. in \u201eBetty\u2019s home\u201c anschauen, die gr\u00f6\u00dfte Zuckerplantage Antiguas, wo die \u00e4lteste restaurierte und wieder funktionierende Zuckerrohrm\u00fchle steht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em>Bild 1: Rathaus von Christiansted, St. Croix (Carol&#8217;s Worldwide Cruise Port Itineraries)<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Eike In der Karibik mache ich mich auf die Suche nach Zeichen der verr\u00fcckten Kolonialgeschichte Europas und der Verbindung zum Zweiten Preis der gr\u00f6\u00dften norddeutschen Gaffelriggerregatta. Wie kommen die typisch gelben Flensburger Ziegel nach Santa Cruz, warum hei\u00dft dessen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/?p=426\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_links_to":"","_links_to_target":""},"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=426"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":455,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426\/revisions\/455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.asv-kiel.de\/fidk\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}